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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 1)

 
Küclienrost, in Eisen geschmiedet 
kulturhistorischem Interesse 
oder Arbeiten von der Hand 
einesKünstlers.Formschneider 
haben nicht nur I-Iolzstöcke 
geliefert, sondern sich auch mit 
der Herstellung von Buchs- 
formen beschäftigt. Von den 
StückenaufKreuzensteinheben 
wir jenes mit der Darstellung 
der sogenannten mystischen 
Jagd des Einhorns hervor. Sie 
wiederholt sich auf der bekann- 
ten Plakette in der Sammlung 
Figdor mit der Legende des 
Königs von Mercien auf dem 
Revers, weiters auf Ton- 
abdrücken, die etwa 30 bis 
40 Jahre später entstanden 
sind, auf Tapisserien, Leinen- 
geweben,BronzekesselnBuch- 
deckeln etc. Der Versuch einer 
ausführlichen Besprechung der Einhomjagd soll in diesen Heften noch folgen 
und verweisen wir vorläufig nur auf die ganz eigenartige Darstellung, wobei 
das Einhorn, von Hunden gehetzt, in den Schoß Mariens Hüchtend, als 
Symbol für die Conceptio immaculata aufgefaßt ist. 
Der Keller war hauptsächlich zur Einlagerung von Bier und Wein 
bestimmt. Linz, das im XV. und XVI. Jahrhundert einen ganz bedeutenden 
Weinhandel aufzuweisen hatte und vornehmlich nach Wien lieferte, dürfte 
der Bezugsort für unsere Burg gewesen sein. Rheinweine kamen über 
Leipzig, süße Weine aus Istrien. Die Ausdauer im Trinken galt als Mannes- 
tugend und mit Wein vertrieb man sich die Zeit. Treffend sagt Hans von 
Schweinichen in seinem Merk- 
buch vom ]ahre 1594: „denn weil 
der Tag lang und die Leute nit 
schlafen, so püeget man zu trin- 
ken, darumb an Trank in langen 
Tagen mehr als in kurzen auf- 
gehet". Das Bier wurde zur Tafel 
nicht gereicht; es galt als ge- 
meines Getränk und war daher 
für das Gesinde bestimmt. 
Den Dienst in den Küchen 
des Mittelalters versah männ- 
liches Personal; weibliches wurde 
 
Kupfeme Küchenform, getrieben, in 
Gestalt der sagenhaften Seeschlange
	        

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