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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 1)

 
Wie ist das alles viel 
feiner, ruhiger und 
stillerbei den Kopen- 
hagener Figuren ! 
Das blonde schlanke 
dänische Mädchen, 
das Bing und Grön- 
dahl vor wenigen 
Jahrenherausschick- 
ten, steht, was Kul- 
turseele und Wahr- 
haftigkeit betrifft _ 
wie ein Mädchen aus 
J. P. Jacobsen - 
vollwertig neben 
einer Nymphenbur- 
ger Tänzerin oder 
einer Meißener Reif- 
Küchentisch, beginnendes XVIJahrl-lunden rockdame' 
Wahliß hat meist 
Kopien nach Altwien ausgestellt, Figurales sowohl wie Geschirr, letzteres in 
dem reichen Dekor der Sorgenthal-Periode, kostbare, aber für unser Gefühl 
tote Kunst. 
Glücklich war Lobmeyrs Idee, die reizvollen englischen Gläser des 
XVIII. Jahrhunderts hervorzuholen und zu kopieren, graziös und doch fest in 
der Form, mit zarten Girlandenformen unter dem Rand und den im Nodus 
der Kelchgläser eingeschmolzenen und verschlungenen farbigen Stäben. Diese 
Gläser stehen im Speisezimmer der Musterwohnung um 15.000 Kronen. In 
der Ausstellung finden sich noch andere Werke Lobmeyrs, seine Serie von 
Kopien alter böhmischer und schlesischer Gläser und von Modernem die 
brillant geschliffenen Kristallgläser mit figuralem Dekor nach Entwürfen 
von Hofner und Janke sowie die Gläser mit Emailmalerei von Tauschek und 
janke. Auch Spaun bringt Emailgläser nach Entwürfen von Marie Waltl mit 
hübschen Biedermeier-Blumen und Kränzen bemalt. Ähnliches in einer 
neuen selbsterfundenen Technik ist von Anton Hanel in Haida. 
Ginzkey in Maffersdorf hat einige meisterhafte Kopien alter Teppiche 
gesandt, nach alten persischen, und als hervorragendstes Werk eine solche 
nach dem bekannten herrlichen Teppich des Viktoria and Albert-Museums zu 
London. Ein Louis XVI-Teppich, im Atelier der Fabrik entworfen, ist sehr zu 
loben, desgleichen zwei moderne nach Entwürfen von Professor Hammel, die 
besonders in der Farbe und dem diskreten Ornament gefallen. Backhausen 
hat unter seinen ausgestellten Möbelstoffen und Teppichen sowohl moderne 
nach Entwürfen von Wiener Künstlern als auch Kopien nach französischen 
und italienischen Originalen der Renaissance, Barocke und des XVIII. Jahr-
	        

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