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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 6 und 7)

von Wenzel II. dem 
Kloster Königsaal 
geschenkte, reich 
mit Steinen gezier- 
te Goldkreuz ist 
sicher in Böhmen 
gearbeitet worden. 
Die Inventare der 
Kirchen und Klö- 
ster berichten von 
zahlreichen, kost- 
baren Erwerbungen ihrer 
Vorstände, von Leuchtern, 
Kannen, Becken, Monstran- 
zen, Kelchen, Rauchfässern 
und Ringen. Das wenigste 
hievon hat sich in den Stür- 
men der I-Iussitenkriege er- 
halten. Was die böhmischen 
Goldschmiede jener Zeit zu 
leisten vermochten, beweist 
aber der in späteren Tagen 
allerdings vielfach umgear- 
beitete Krumrnstab, welchen 
Wenzel II. 1303 für seine Schwester 
Kunigunde, die Äbtissin des St. Georgs- 
klosters auf dem I-Iradschin in Prag, hat 
anfertigen lassen. Wie viel Böhmen 
der glorreichen Regierung Karls IV. an 
Kunstförderung verdankt, wissen wir; 
daß er auch den Prager Goldschmieden 
wohlgeneigt und ein ständiger Arbeits- 
Ausstellung alter Goldschmiedearbeiten im k. k. geber War und daß Sie ganz besonders 
Österreichischen Museum, Kanne. von C.W., Graz . . 
"89 (KM NL m45) vom zweiten Dombaumeister von Sankt 
Veit, Peter Parler, beeinflußt wurden, ist 
durch zahlreiche Zeugnisse belegt. Zur Anerkennung ihrer hochentwickelten 
Leistungsfähigkeit hat Karl IV. ihnen 1378 die Infel des heiligen Eligius 
geschenkt. Wie die anderen Gruppen von Künstlern und Gewerbsleuten 
hatten sich auch die Prager Goldschmiede im XIV. Jahrhundert zu einer 
festen Organisation vereinigt, ihre Satzungen sind von 1324, älter als die 
der Plattner (1328) und der Maler (1348). Ferdinand I. bestätigte 1562 die 
alten Zunftartikel und auch Rudolf II. tat 1596 das gleiche. 
Wie es um die zur Ausstellung gelangten Königgrätzer Löffel und den 
ebenfalls im dortigen Museum befindlichen Gürtel der Königin Elisabeth, der 
  
 

	        

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