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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 5)

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et hereditatis divitiarum in coelis aeternis halber getan hat: Er verschenkte 
ein Drittel seines Besitztums an die Kirche, das zweite an die Armen. Nur 
das letzte behielt er selbst, führte ein Gott wohlgefälliges Leben und gelangte 
schließlich zur bischöflichen Würde. Seinen Sitz hatte er in Avranches, der 
schon zuvor genannten Stadt auf dem Höhenzug, der die Bucht von Cancale 
nach Osten hin umschließt. Oft aber weilte er auf dem einsamen Felsen im 
Meere, versunken in Meditationen. Zu diesem heiligen Manne nun trat einst, 
da er schlief, der Erzengel Michael mit der Aufforderung, ihm zu Ehren auf 
der höchsten Spitze des Felsens ein Heiligtum zu errichten. Aubert zauderte 
und ging erst ans Werk, als die nämliche Vision sich mehrmals wiederholte. 
 
Abb. n. Der "Mont" von Osten gesehen. Die Befesligungslürme, von rechts nach links gesehen, sind: 
Tour du Nord, Zwingerbasrion. Tour Boucle, Tour Basse, Tour de Liherte, Tour de YArcade 
So erzählt die Legende. Bekanntlich sind eine große Zahl von sehr frühen 
Kirchenstiftungen dem heiligen Michael geweiht, und zwar an Örtlichkeiten, 
die schon früher Verehrung genossen. So ist zum Beispiel die herrlich gelegene 
Sacra di San Michele in der Nähe von Turin um einen Berggipfel herum 
gebaut. Die oberste Endigung, unter dem Altar der christlichen Kirche befind- 
lich, soll eine eingemeißelte Inschrift enthalten, wonach sich daselbst in vor- 
christlicher Zeit ein jupiter-Altar befand. Ein Wunder wäre es ja nicht, wenn 
der hochragende Granitfels, diese isolierte Erscheinung im normannischen 
Lande, auch schon früher dem Kultus des Göttlichen gedient hätte. Jupiter- 
Tempel gab es auch außerhalb Italiens und römische Ansiedlungen in der 
Normandie ein gut Teil. Nun - sei dem wie ihm wolle - mit dem heiligen 
Albertus beginnt die lange Baugeschichte des „Mont", der auch in einer 
Spitze endigte. Bei ihrer Applanierung standen zwei mächtige Felsklötze der 
Arbeit im Wege. Sie von der Stelle zu schaffen, unternahm ein Mann der 
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