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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 11)

etwas älteres Exemplar aus der Waldmühle am Bach zu Nikolsburg. Die 
bäuerliche Flachschnitzerei der beiden, das gekrönte Mühlrad haltenden 
Greifen ist sehr wirksam gestaltet, interessant auch der gepunzte Grund. 
Die Rückseite trägt die Jahres- 
zahlI76g. Den Beschluß dieser 
Reibe bildet ein dem spätesten 
XVIIIJahrhundert angehören- 
der, aus Tirol erworbener 
Stuhl mit gar nicht übler Ver- 
Wendung der Louis XVI-For- 
men. Der Stuhl ist grün be- 
malt und das die Mitte der 
Stuhllehne einnehmende Ma- 
donnenbrustbild polychromiert 
(Abb. 134). 
Neben dem Stuhl dieses 
Typus (gespreizte, in die Sitz- 
platte gezapfte Beine) mit ge- 
schnitzter Lehne aus einem 
Stück kommt eine Abart vor 
mit Lehne aus zwei in ange- 
messener Entfernung einge- 
zapften vertikalen, oben durch 
eine Querleiste verbundenen 
Brettern. Nach dem in der 
Bodenseegegend besonders 
häufigen Vorkommen dürfen 
wir dort wohl auch die Hei- 
mat dieser Form annehmen, 
die späterhin im XVIII. Jahr- 
hundert, allerdings oft noch 
durch Seitenlehnen bereichert, 
sich in ganz Deutschland findet. 
Von den drei in der 
Sammlung Figdor vorhande- 
nen Stücken dieser Art ist der 
wahrscheinlich älteste, mit 
hübsch in Drechslerarbeit ver- 
zierten Beinen der einfachste. 
Glatte Bretter, balusterförmig 
ausgesägt, tragen das seitlich und an den Unterseiten ausgesägte Querbrett, 
das in der Mitte ein kleines geschnitztes Wappenmedaillon ziert. Annähernd 
dieselbe Form zeigt ein aus Köln erworbenes Stück mit recht geschmack- 
voller Flachschnitzerei vom Jahre 173g (Abb. 135). Noch reicher, volkstümlich 
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Abh. 142. Italienischer Rahmen, frühes XVIJahrhundei-t. Höhe 
0,76, Breite 0,37 Meter
	        

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