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Volltext: Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 5)

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ring gewissenhaft ausgeführt und auch eine bildnistreue Ähnlichkeit in den 
Gesichtszügen erstrebt, wobei der Sohn im Schnitt der Nase und der unteren 
Gesichtshälfte mehr der Mutter, in den Augen mehr dem Vater nachgeraten 
scheint. 
Ein vierter Grabstein aus derselben Familie stellt, wie erwähnt, den 
im Kindesalter am 28. Januar 161g verschiedenen Hans Christoph, des Herrn 
Christoph Littwitz vom Alten-Rauden „Eheleiblich Sönlein" dar, wie jene 
Justina in langem, faltigem Gewande, drei Nelken in den vor der Brust ver- 
schränkten Händen und einen Kranz auf der Stirn, über der ein anmutiger 
Engelskopf schwebt. Ringsum wieder die vier Geschlechterwappen und auf 
dem Rahmen die Umschrift. 
Der Meister dieser vier trefflichen, offenbar von derselben Hand her- 
rührenden Reliefs ist bisher nicht bekannt. An Bildhauern und Steinmetzen 
war gerade in jenen Jahren in Mäh- 
risch-Trübau eben kein Mangel, was 
die Zuweisung erschwert. 
1611 wird der Steinmetzgeselle 
johannBaptistavon Ferrara alsZeuge 
genannt; 1612 kauft Hans Fauler 
hier ein Haus; 1613 stirbt dem Johann 
Gatschke von Eibenschitz eine Toch- 
ter, ebenso dem Antonius Lorenz Pa- 
ris, und Conrad (Pirer?), „ein Bild- 
hauer von der Lignitz", stirbt in dem- 
selbenJahre; 1616 heiratet hier Adam 
Matl (l), ein Verwandter Giovanni 
Motallas, des schon genanntenErbau- 
, ers des Mährisch-TrübauerSchlosses, 
1 wobei Abundi Alineysalus als Zeuge 
' erscheint; dessen Tochter heiratet 
.. 1618 den Steinmetzgesellen Urban 
l Klos. Also auch unter ihnen, sämtlich 
Steinmetzen, wie bei den Maurem 
(Baumeistern) eine ganze Reihe 
Zugewanderter, namentlich Italiener. 
Ließ sich auch der Meister der 
Littwitz-Grabsteine bisher nicht fest- 
stellen, so ist doch das Festhalten an 
einer auch andernorts in der Umge- 
bung bemerkbaren Anordnung der 
schmückenden Zutaten - so etwa an 
 _ j, den Grabsteinen von Morawiczan r 
Grabstein des Hans Georg Littwitz von Alten-Rauden unverkennban Andrerseits ist es 
(Mährisch-Trübau) schwerlich ein Zufall, daß die Zwickel- 
.. _
	        

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