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Volltext: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 11 und 12)

Geschenk von Mitgliedern der kaiserlichen Familie an Maria Antoinette, 
das von Domanöcks Sohn Franz nach Paris gebracht wurde (Höhe 3x 5 Milli- 
meter, Durchmesser unten I 37 Millimeter). 
Das in Eisen geschnittene Bildnis eines Geistlichen, eine Bleiiigur 
Hagenauers, die heilige Magdalena (1759), ein mit Schmelzmalerei ver- 
zierter Leuchter, sämtlich vom Österreichischen Museum dargeliehen, 
ergänzten diese Gruppe. Dazu kamen Flinten und Jagdbesteck der Kaiserin 
und drei schöne spanische Gewehre des „Francisco Bis en Madrid 1734" 
(Besitzer Fürst Johann von und zu Liechtenstein). 
Dann vor allem das prächtige Antependium aus vergoldetem Kupfer 
mit der Marter des heiligen Johannes und die Figuren der Heiligen Franziskus 
und Antonius aus dem Brünner Minoritenkloster, glänzende Vertreter der 
hochentwickelten mährischen Kupfertreibarbeit des XVIII. Jahrhunderts, auf 
die demnächst hier eingehender verwiesen werden soll. 
Unter den Gläsern ist namentlich ein Deckelpokal aus Schloß Feldsberg 
hervorzuheben. Darauf ist im Schnitt ein Reiter mit Feldherrnstab und auf 
der Rückseite eine Gruppe von Trommeln, Kanonen, Pulverfässern, Fahnen 
und Gewehren dargestellt, aus denen ein Gehamischter mit Federhut heraus- 
wächst. Die Aufschrift belehrt über die Absicht des Glasschneiders: 
„Fürst Josef Wentzel bien ich genandt mein leben Z steht in gottes hant. 
die gerechti f keidt. ist. miehr wohl bekant ' und dies ist mein unter l P(f)and. 
x - 7 - 2 - 4". 
Auf der fiachgewölbten Fußplatte ebenso wie auf dem hochgewölbten 
Deckel sind jagende Hunde und Hasen zwischen Bäumen dargestellt. Im 
gedrehten Knauf eingelegte blaue und rote Fäden. (Höhe ohne Deckel 
220 Millimeter, oberer Durchmesser 104 Millimeter.) 
Ähnlich geschmückte Gläser der Zeit sind nicht selten. Sie entsprachen 
der Redseligkeit jenes Geschlechtes. Einen Glaspokal, geschnitten, mit der 
Büste Maria Theresias in einem Rundbilde und dem ungarischen Wappen 
mit der Inschrift „Vivat Maria Theresia Regni I-Iugariae" besitzt das Öster- 
reichische Museum. Ebenso von Kaiser Karl VI. mit dem Doppeladler 
und alten Wappenschildern. Ein derber geschnittenes Glas mit dem 
polnischen Wappen und König August zu Pferde unter Bäumen und 
Gebäuden, beschrieben „VIVAT AVGVSTVS REX POLLONIA" war aus 
Privatbesitz in der Brünner Ausstellung zu sehen. 
Eine ganze Reihe trefflicher Gläser in Schnitt und Zwischengold, zum 
Teil durch die Monogramme der spendenden Pröpste zeitlich feststellbar, 
kamen aus dem Benediktinerstift Raigern. So vom Abt Antonius Pirmus 
(1720 bis r73o), Ämilianus (1749 bis 1756), Bonaventura Pitter. 
Auf die ausgestellten Porzellanarbeiten wird in anderem Zusammen- 
hange einzugehen sein. Ebenso wie auf die Handzeichnungen aus der 
Sammlung Arnold Skutezky. 
Eine sachlich wertvolle, bemalte Federzeichnung aus dem Besitze der 
Stadt Wien zeigt das „Frauen-Caroussel" des Jahres 1743. Eine getuschte
	        

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