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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1897 / 3)

Diese Volkskunst, der England entgegenzugehen scheint, diese genauere 
Fühlung mit dem zeitgenössischen Leben, fördert Arbeiten zu Tage, die 
sich von jenen vergangener Kunstepochen in Vielem unterscheiden, sie 
sucht die Menschen mit der Gegenwart auszusöhnen und ihre nächste 
Umgebung künstlerisch zu verklären, wie es alle großen Kunstepochen 
gethan. Welch" große Aufgabe dem englischen Illustrationswesen inner- 
halb dieser Bestrebungen zufällt, haben wir gesehen und haben beobachtet, 
wie Hunderte von Talenten verschiedenster Art, durch die großen Meister 
der Malerei in mannigfacher Weise angeregt, ein reiches Capital auf 
stets neue Weise nutzbar machen. Das ist die ungeheuer: Vielzüngigkeit, 
auf die wir Eingangs hingewiesen, in der die englische Kunst zu ihrem 
Publicum redet. Jeder Geschmack, jedes Alter, jeder Grad künstlerischer 
Aufnahrnsfähigkeit findet, was ihm behagt. So wird das Illustrations- 
wesen das richtige Organ für das gesammte künstlerische Empfinden, 
das in der Nation schlummert. Was die Publicistik im socialen und 
politischen Leben, das wird die Illustration in der Kunst, und es ist 
schwer zu verkennen, dass ein großer innerer Zusammenhang vorliegt, 
wenn jene unter den europäischen Nationen, die das älteste politische 
Leben in modernem Sinne besitzt, sich auch der höchsten Entwicklung 
des Illustrationswesens erfreut. ' 
Angelegenheiten des Oesterr. Museums und der mit 
demselben verbundenen Institute. 
Auszeichnung. Se. k. u. k. Apostolische Majestät haben an den 
Curator des k. k. Oesterr. Museums, Excellenz Freiherrn von Chlu- 
meckj, nachstehendes Allerhöchstes Handschreiben allergnädigst zu er- 
lassen geruht: 
Lieber Freiherr von Chlumeckj! 
Anlässlich des Abschlusses der Session des Reichsrathes gedenke Ich 
mit voller Anerkennung der hervorragenden Dienste, welche Sie seit 
Jahren in den von Ihnen bekleideten öffentlichen Stellungen rnit auf- 
opfernder Pflichttreue geleistet haben, und verleihe Ihnen zum Zeichen 
der Fortdauer Meiner besonderen Gnade die Brillanten zu dem Großltreuze 
Meines Leopold-Ordens. 
Wien, am 20. Februar 1897. 
Franz Joseph m. p. 
Guretonumsitzung. In der am 24. Februar abgehaltenen Sitzung 
des Curatoriums wurde dem Vorsitzenden desselben, Sr. Excellenz Grafen 
Traun, anlässlich seiner Ernennung zum Oberstkämmerer eine herzliche 
Ovation bereitet. Geheimer Rath Dumba hielt folgende Ansprache an 
den Grafen: nSeit wir zum letzten Male versammelt waren, haben wir 
hierin unserem Kreise ein hocherfreuliches Ereigniss zu verzeichnen. 
Se. Majestät der Kaiser hat unseren verehrten Herrn Vorsitzenden, 
Se. Excellenz Grafen Traun, zum Oberstkämrnerer ernannt und damit 
an die Spitze einer Reihe von künstlerischen und wissenschaftlichen
	        

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