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Volltext: Alte und Moderne Kunst III (1958 / Heft 4)

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EIN NEUES WERK VON FRITZ WOTRUBA 
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KLAUS DEMUS 
Vor dem Pavillon Österreichs auf der Weltausstellung in Brüssel 
wird ein Werk der monumentalen Plastik stehen, das Fritz Wo- 
truba eigens dafür geschaffen hat. Es ist ein Frics oder besser eine 
rhythmische Reihe oder Gruppe von 3 Meter hohen Figuren, die 
vor oder in großen Flächen stehen, und Zwar so, daß sich sechs 
Figuren auf vier Felder verteilen. Das Material ist Bronze. Die 
ganze Komposition ist dem Andenken der österreichischen Be- 
gründer der modernen Musik, Arnold Schönberg, Alban Berg 
und Anton von Webern gewidmet. 
Das Werk wird nicht die Wandfläche des Pavillons verkleiden, 
sondern in einem Abstand von 12 Metern davor im Rasen ste- 
hen. Es wird auch nieht materialmäßig eine Einheit bilden, son- 
dern in seinen Teilen unverhunden gruppiert sein (in noch grö- 
ßeren Abständen, als sie die Abbildung zeigt), und zwar nicht in 
einer Ebene, sondern räumlich gestaffelt, jedoch so, daß sich eine 
frontale Breitenentwicklung und eine höhere Einheit ergibt. 
Hierin drückt sich ein sehr eigenwilliger Kompositionsgedanke 
aus, der die eigentliche Idee dieses Werkes darstellt. 
Die sechs riesigen Figuren folgen in Erscheinung, Haltung oder 
Tätigkeit sowie in ihrem plastischen Leben einem Gesetz, das in 
einem Bogen von sechs Stationen als Ablauf, Entwicklung oder 
Geschehen auseinandergefaltet wird. Es ist der Ablauf, ja gleich- 
sam das typische Lcbensbild einer geistigen Bewegung von ihrem 
Hervortreten über die Phasen von kämpferischer Ausarbeitung, 
Behauptung und Vollendung bis zu ihrem Abgeschlossensein und 
zurücktretenden Bleiben in der Zeit. Die Form, darin sich dieser 
symbolische Gehalt ausdrückt, ist die Idealität einer klassischen 
Archaik, das künstlerische Thema besteht in der Variation der 
Figur und des Verhältnisses, zwischen deren plastisch-substan- 
ziellem Hervortreten und der Bindung an den Grund. 
Die Stationen reihen sich von links nach rechts. Die erste Figur 
ist voll aus der Fläche herausgetreten. Ohne Wendung, streng 
frontal steht sie da, in ihrem Stehen gebunden. Der Tor-Gestus 
der Arme rahmt das einzige Antlitz der Reihe. Die lapidare Ge- 
stalt steht für den Beginn, die Idee. - Das zweite Feld mit den 
Figuren 2 und 3 steht um einen Raumschritt weiter vorne. Ein 
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