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Volltext: Alte und Moderne Kunst VIII (1963 / Heft 69)

(Üuppo (u Marcovaldo. 
Madonna del Bordone. cum dci Sexvi, 
Si "a. 1261 
(Iuppu di Marcovaldo. 
Thmxmnde Madonna mit Kind. Chicsa dci Scr 
(Yrviulu 
Anhänger. ßverswite. 
Madonna. Arzung in wcißcm Marmor. 
2. Hälfte 15. 1h. 
Üunwmlenfarrxaig. Versuchen wir eine Zusammenschau, so ergibt sich, daß unser Anhänger eine sehr schlichte Arbeit ist, in einer Technik, die 
ich mit den subtilen Werken der deutschen Kalligraphen und Ätzkünstler in keiner Weise vergleichen läßt. Der geistliche Text ist uralt, aber 
elbst das Marienbild ist noch sehr alt. Wenn auch keine Wörtlich in Ätztechnik übertragene Vorlage gefunden werden konnte, so besteht doch 
rößte Ähnlichkeit mit einigen italienischen hladonnen um l200,und das Stück ist vermutlich in Italien entstanden. Die Schrift ist am ganzen 
inhänger das jüngste. Die starke Abwetzung läßt sie älter aussehen, als sie ist. lmmerhin ist sie sehr viel altertümlicher als an allen bisher bekannten 
Arbeiten und wohl noch im 15. Jahrhundert unterzubringen. Bei aller Bescheidenheit der Ausführung besteht die Bedeutung des neu aufgefundenen 
tückes darin, daß es die älteste bisher bekannte Steinätzung ist. 
N M E R K U N (i E N 
Ein sehr alles Bcispicl ist eine Tischplatte im Gcrmanischcn Museum in Nürnberg. auf der Stiche von Martin Sclionguuer (um 1490) in Tiefälzung wiedcrgcgcben sind. Die Steinplatte selbst kann 
natürlich nrn lnhrzehnre jünger sein (erwähnt bei Wnsllcr, 11137). lm Jahre 1506 hatTilnnnx1 Riemenschncidcr auf einer (jerzr im Würzburger Siadlmuszum berindliehen) Tnehplerre die Wappen des 
Eichsrincr und des Würzburg-r Bischofs und der Stadt Würzburg eingesrzr (Eintragung im Würzburger Rzlsbuch vom 6.11.1506. nach Wallncr). Im Jahre 151a ist die Tätigkeit eines Stcinilzcn 
Stephan Ayrcr in Nürnberg nachweisbar (Trnurrnnnn). Ein späteres ßenpiel nr die Tauftafcl einer Familie Brolzndt von 1522 aus der Sammlung Figdox in Wien. seinerzeit von Weixlgzinner be- 
schrieben, bei einer der Auktionm der erwelhnren Sammlung versteigert, unbekannt an wen. Die Angabe bei Bethc-Kränzncr, daß die Stcinitzung CISII in der zweiten Hälfte des 1a. Jahrhunderts ent- 
standen bzw. von der Metnllätzung hcrübcrgcllommcvl worden sei, ist 3150 entsprechend zu berichtigen. 
Der pelehrre Muluiguore x. llzrbier de lvlenrnulr hat im Anschluß an ein Referat "bei die Reliquien in der Peterskirche zu Rom in 17 Druckspaltcn (2. a. 0.. 1 4115-495) all: ihm bekannten angeblichen 
Reliquien der Merienrnileh mehriehen; lreine einzige iir auch nnr annähernd rnir unserm-m Stück vergleichbar, vielmehr handelt ß sich stets urn eine krcidigc Substanz in einem entsprechend kost- 
baren ceriß. 
ITERATUIL 
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