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Volltext: Alte und Moderne Kunst XV (1970 / Heft 111)

nn Muschik 
RlTZ MARTINZ, 
N MALER DYNAMISCHER 
EIBLICHKEIT 
r Preis der Stadt Wien für Malerei wurde im 
Jrigen Jahr Fritz Martinz zuerkannt. Damit er- 
lt ein Künstler diese Ehrung, der seit Jahrzehnten 
aeirrbar seinen Weg geht. Er ist ein Maler der 
blichkeit, des Körperlichen ; er ist es mit Besessen- 
t. Das verbindet ihn unter den etwa glei haltrigen 
nstlern vor allem mit Alfred Hrdlicka. Nicht zu- 
ig traten die beiden vor zehn Jahren in der 
ilitzhalle gemeinsam vor die Offentlichkeit. Fur 
irtinz und Hrdlicka war dies die erste große Aus- 
llung, und daß sie in einer Zeit stattfand, als 
Fur Martinz, diesen Maler einer massiven und dyna- 
mischen Leiblichkeit, ist, nur scheinbar paradoxer- 
weise, kennzeichnend, daß er von der Malerei im 
allgemeinen und insbesondere der seinen - ganz 
formalistisch - gerne als einem ,.Farb- und Form- 
problem" spricht. Mondrian und Klee sind ihm 
„Lyriker, sehr scho , aber keine Menschen, die 
soviel Kraft hatten, um Generationen zu speisen". 
Die Form, die er selber entwickelt, leitet sich auf 
eine durchaus heutige Weise von jener der klassi- 
schen Zeiten ab. toretto, Rubens. Courbet und 
Corinth wird man anführen mussen, um die Linie 
zu kennzeichnen, auf der Fritz Martinz weiter- 
schreitet. „Von der Pathetik, von der Regie her, 
haben Tintoretto und EI Greco großen Eindruck auf 
mich gemacht." Europa sei in der neuesten künst- 
lerischen Entwicklung zu einem Erdteil von „mehr 
filialem Charakter" geworden. Doch wuchsen „neue 
a 
lenstandslose Kunst überall in der Welt noch den 
i angab, machte das Ereignis nur um so auf- 
znder. 
llicka setzte sich in den folgenden Jahren auch 
-rnational durch. Für Martinz ist der Preis der 
dt Wien die erste öffentliche Anerkennung von 
rvicht. Der Künstler war gleichwohl nie allein. 
38H Hrdlicka gewann er Georg Eisler, Rudolf 
iwaiger (der heuer ebenfalls einen Preis der 
dt erhielt) und Rudolf Schönwald zu Freunden. 
I9 stellten sie alle zusammen unter der program- 
ischen Parole "Figur" aus, akklamiert und kriti- 
t. In Wien ist eine moderne Bewegung des 
rlismus entstanden. Kenner der Szene wissen. 
rdie Künstler gleichsam im Untergrund schon in 
ersten Nachkriegszeit im gleichen Sinne wirkten. 
hatten es nicht eilig, die Reklametrommel zu 
ren. Jeder der fünf werkte auf seine eigene 
lse an seinen Plastiken, an seinen Graphiken, 
seinen Bildern. 
Europäer nach, die wieder zu sich selber finden. 
Leute wie Guttuso bedeuten den Anfang einer 
europäischen Synthese über Picasso und Beckmann 
hinaus". 
Ein Österreicher, an dem Fritz Martinz nicht vorbei- 
ging, ist Anton Kolig. Und überraschenderweise 
kann man aus dem Munde des Europäers Martinz 
am Ende doch hören: ,.Die Unbekümmertheit der 
Pop-Art hat mich im weitesten Sinne berührt, die 
Möglichkeit, meine Bildwelt durch Aktion zu diffee 
renzieren. Die Kunst von Allan Jones: e da gibt es 
Sachen, die ich übernehmen kann, ohne einer 
Manieriertheit zum Opfer zu fallen. Überhaupt bin 
ich immer gewillt, verschiedene Faktoren in meine 
eigene Malerei einzuordnen." 
Nun, was die Einordnung des angelsächsischen 
Pop betrifft, so ist sie immerhin auf eine Weise ge- 
schehen, welche den kontinentaleuropäischen Cha- 
rakter von Fritz Martinz' Kunst nicht beeinträchtigt. 
Eine zu Beginn der Entwicklung mehr statuarische, 
Fritz Martinz, „Fleischträger u", 1963. ÖllLeim 
200x300 cm 
Fritz Martinz, „Großes Negerbild", 196a. ÖllLeim 
200x170 cm 
Fritz Martinl, ..Strand II", 1968. Ölkreide-Mischtevhn 
Papier, 200x230 cm
	        

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