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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIX (1974 / Heft 134)

Augsburg, 2. Hälfte 17. Jahrhundert, 
Buchs, H 19,5 cm 
PAHL-MEHRINGER 
Bedeutende Skulpturen 
Mittelalter 
Barock 
Neuzeit 
8 MÜNCHEN 80 - Mcrzstraßc 12 - Telefon 985531 
Für den Kunstsammler 
I5. Schweizerische Kunst- und Antiquitäten- 
messe Basel - im Vergleich aus Wiener Sicht 
In Zeiten des internationalen Kunstbooms wie den 
heutigen gibt es naturgemäß auch Perioden mit 
leichten „Zu-Tal-Bewegungen", wie sie Fieber- 
kurven zwangsläufig aufweisen. So entnehmen wir 
einer Information aus der Schweiz fast wortwört- 
lich die gleiche Passage über den diesiährigen 
Messeverlauf, wie sie im Nachwort Dr. W. Hof- 
stätters zur heurigen 4. Wiener Kunst- und Anti- 
quitötenmesse hier auf Seite 44 lautet, „zeichnete 
sich in der zweiten Hälfte ein merkliches Anheben" 
ab. Hier wie dort also die gleiche Tendenz, der 
nicht unbedingte spontane „Biß" auf das sicher 
qualitätvolle und nehmenswerte Angebot. Man sollte 
diese leisen Anzeichen von nicht gezeigtem 
„Sofartinteresse" nicht überbewerten, schon gar 
nicht aber als symptomatisch betrachten. Im Gegen- 
teil es hierzulande, am Beispiel der doch 
prosperierenden Schweiz, als ein eher international 
immer wieder zu verzeichnendes Moment einer 
normalen Entwicklung sehen. 
Wenn wir kurz die Schweizer Messe weiter resü- 
mieren, immer wieder der Gleichklang zu Wien. 
Beteuerten die einen Kunsthändler, bedeutend 
mehr als im Vorjahr verkauft zu haben, wurde auf 
Grund einer mündlichen Befragung der Geschäfts- 
verlauf im allgemeinen als sehr befriedigend 
bezeichnet, so gab es allerdings auch Stimmen, die 
den Gang ihrer Geschäfte weniger gut beurteilten. 
Auch dort wie hierzulande der selbe Hinweis auf 
die nämlichen Schwierigkeiten: allgemeine Wirt- 
schaftslage und allerorts Devisenkonfusionen. Be- 
denken wir aber, daß in Basel in elf Tagen rund 
20.000 Besucher die I5. (langjährig) eingebürgerte 
Kunslmesse besuchten, so bedarf es keinerlei Be- 
schänigung, wenn wir den optimistischen Grundton 
in Dr. Hafstätters „Messenachlese" unterstreidien, 
indem wir zum Vergleich festhalten: 4. (erst kurz 
etablierte) Wiener Kunslmesse in nur sieben Tagen 
insgesamt 18.000 Besucher. Dies sollte für die 
kommende 5. Wiener Kunst- und Antiquitötenmesse 
neuen Ansporn geben. n 
Vorstadt, Graphik Linde Waber, Texte Rainer 
Pichler, Eigenverlag, Wien 1973, ö. S 190.- 
Es handelt sich um ein bibliophiles Buch mit elf 
Originalholzschnitten im Format 205 x T95 mrn. 
Schöne Bücher mit Originaldrurigrafiken sind in 
unseren Zeiten sehr selten geworden, darum 
verdient dieser Band besonders erwähnt zu 
werden. Seine eher kargen Texte sind in silberner 
Schrift auf schwarzem Naturpapier gedruckt. Die 
Bilder sind eigenständige Aussagen, also keine 
reinen Illustrationen. Sie sind auch das Dominie- 
rende des Buches, und daher soll auf sie näher 
eingegangen werden. Es gibt ein vierfärbiges Blatt, 
etliche drei- und zweifärbige Blätter. Audi die 
Waber verwendet Silber und Gold bei ihren 
Drucken, und dadurch, ebenso wie durdi den 
silbernen Druck des Textes, bekommt das Buch 
einen kostbaren Charakter. Das ist für ein Buch an 
und für sich sehr schön, hier allerdings dem Thema 
nicht entsprechend. Vorstadt - und die Texte sagen 
es auch - weist Baulücken auf, abgetretene Stufen 
im Stiegenhaus, Fabriksschornsteine, zu all dem 
scheint uns Gold und Silber nicht recht am Platze. 
Die Schnitte als solche sind iedoch, mit Ausnahme 
ienes mit dem Verkehrszeichen, in ihrer Gestaltung 
in Flächen- und Linienteilung originell und sehr 
reizvoll. Hier ist nicht die derbe, vom Bäuerlichen 
herkommende Hand am Werk, wie wir es bei den 
Holzschnitten meist gewohnt sind, sondern eine 
durchaus kultivierte Künstlerin, die während ihres 
langen Japanaufentholtes sehr viel an Sublimierung 
ihrer Holzschnittechnik gewonnen hat. Vielleicht ist 
mit ihr sogar ein Ansatzpunkt zu einer neuen, 
malerischen Variante dieser Technik in unserer 
Heimat gegeben, und dieses Buch gibt einen 
Begriff davon. 
AMK-Prädikat: Für den Grafiksammler und 
Bibliophilen. A. V. 
AQ
	        

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