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Volltext: Alte und Moderne Kunst XX (1975 / Heft 142 und 143)

 
 
B. Straub, Kleines „Monument" für Kaiser 
irl Vll. (87,5x35x21 cm), 1744.0berbayerischer 
ielsbesitz 
. G. Stuber, E. G. Asam, F. X. Jungwirth (nach 
Cuvillies), Castrum doloris für Kaiser Karl Vll., 
45. München, Stadtarchiv, lnv.-Nr. lV,12 
Schilling, D. Stuber, F. X. Jungwirth (nach 
ivillies), Costrum doloris für die Kaiserin- 
twe Maria Amalio, 1757. München, Stadtar- 
iv, lnv.-Nr. lV, 13 
Schilling, D. Stuber, F. X. Jungwirth [noch 
lfWUff F. Cuvillies) und J. B. traub, Vier 
guren vom Castrum doloris für die Kaiserin- 
twe Maria Amalia, Detail von Abb. 19. Mün- 
en, Stadtarchiv, lnv.-Nr. IV, 13 
kungen 30-62 s. Text S. 32, 34 
enannte Sinnbild findet sich unter der Gruppe der 
entia". Vgl. Classis lll completens Symbola Ethica, 
2 mit Abb. Tab. XLIX, Nr. CMl._Xll. Beide Male 
ht sich das Lemma auf jenen aus Agypten stammen- 
Dbelisken, der einst das Ehrenmal Darnitians auf der 
Kp ia war. Anlößlich der mit großem Prunk began- 
t Feierlichkeiten für das Heilige Jahr 165D wurde der 
iliscus Pamphylius" 1649 auf der Piazza Navona 
len des von Bernini erriditeten Vierstrümebrunnens 
m aufgestellt. 
tjenjVHisEorischer Verein für Oberbayern, Stadtarchiv, 
r. . l . 
ritt des Stiches (337113 mm): „Hoches Traur-Gerüst 
ven Seiner Weylond Kayserl: Maiestät Caroli Vll. 
etc. l Aufgerichtet bey denen wohl-Ehrw. H. H. PP. 
inern zu München. in der höche l von 120: in breite 
45. schuch. den Z4. 26. 27. Mertz. anno 1745". 
eradresse: „N. Stuber. lnv. l E. Asam del. l F. X. 
vierth sc. Manachy". - Der gleiche Stich befindet 
auch im Stadtmuseum in München (Z. 1645. B. 18). 
N. Lieb und H. J. Sauermast, Münchens Kirchen, 
hen 1'773, Abb. 137, S. 125. M. Schattenhafer, Von 
an, Kurfürsten St Kaffeesiedern etcetera. Aus Mün- 
Vergangenheit (I Neue Schriftenreihe des Stadt- 
rs München, Bd. 7B), München 1974, Abb. S. 163. 
ljen, Historisdier Verein für Oberbayern, Stadtarchiv, 
r. lV. 13. 
ritt des Stiches (355 :25l mm): „CASTRUM DOLORlS I 
USTIS MANIBUS M. AMALlAE lMP. CAES. CAROL! 
VIDUAE MONACHII l lN ELECTORALI TEMPLO 
ICORUM REGULARIUM AN. MDCCLVll. MEN z I 
xTNUARIO PRO SOLEMNI EXEQUlARlUM APPARÄTU 
UM". 
rkungen 36-41 s. S. 3B) 
d. h. in diesem Falle eine Tatenmaske, zugrunde 
liegt. Eine andere Beobachtung besteht darin, 
hier „Bildnis" mit „Bildnis" zu konfrontieren. 
Damit ist gemeint, daß überraschenderweise das 
(nicht erhaltene) Modell, das einst für den Guß 
der Kaiserbüste diente, fast in Lebensgröße auf 
einem zeitgenössischen Gemälde abgebildet ist 
(Abb. 22). Von diesem Bild, das den Bildhauer 
J. B. Straub in seiner Werkstatt wiedergibt, war 
bereits eingangs die Rede. Auffallend ist, daß 
die Kaiserbüste auf diesem Gemälde wie in 
Form eines Bildhauerattributes erscheint. Auf 
einem drehbaren Bildhauerschemel erhöht auf- 
gestellt, spielt die Kaiserbüste hier eine Haupt- 
rolle. Sie erscheint zur Linken des sitzend wie- 
dergegebenen Bildhauers, der auf dem Bild den 
Betrachter anzublicken scheint. Wie schon ein- 
gangs gesagt wurde, stammt das im Jahre 1763 
entstandene Bild von B. A. Albrecht (München, 
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, lnv.-Nr. 
2765l46fDet.)". Daß es sich bei der hier wie- 
dergegebenen Büste zweifellos um das ursprüng- 
liche Gips[?)-Modell gehandelt haben muß, sieht 
man aus der Wiedergabe eines länglichen Mo- 
dellierholzes, das der Künstler als Zeichen seiner 
Modelliertätigkeit in seiner Rechten hält. Auf 
dem gleichen Gemälde erscheinen noch zwei 
andere (ebenfalls nicht erhaltene) Modelle 
Straubs. Wie die Kaiserbüste, so wurde auch das 
gleich zu nennende Modell vom Hof in Auf- 
trag gegeben. Auf dem Bild erscheint im Hinter- 
grund rechts eine Weiß in Weiß gemalte Sta- 
tuette (Abb. 23). Diese weibliche Figur, gekrönt 
mit einer Corona turrita, ist in ein antikisieren- 
des Gewand gekleidet. Sie hält ein Kind an 
der entblößten Brust. lkonographisch handelt es 
sich hier eindeutig um eine Darstellung der an- 
tiken Erdgöttin Cybele. Eine solche Figur sollte 
von Straub für das Grand parterre in Schloß 
Nymphenburg in Marmorausgeführtwerdemwo- 
für es zwei urkundliche Belege gibt. Am 10. Ja- 
nuar 1762, d. h. genau ein Jahr vor der Vollen- 
dung des Straub-Porträts, erfolgte eine Resolu- 
tion an die Hofkammer, an Straub wegen An- 
fertigung eines Modells für die „Göttin Cibela" 
den Betrag von 40 fl. auszubezahlen. Bei dem 
abgebildeten Modell handelt es sich offenbar 
um eine eigenhändige Replik, die jedenfalls 1763 
noch im Besitz des Bildhauers gewesen sein muß. 
Mit der Ausführung des vor 1762 zu datierenden 
Dies geht aus dem Wortlaut einer zweiten Ur- 
kunde hervor. Sie stammt vom 20. April 1766. 
Damals wurde von Straub an das Hofzahlamt 
eine Forderung erhaben. Sie bezog sich auf die 
Herstellung eines erneuerten Modells für die 
Cybele: „welches Modell nicht allein müesamb, 
sondern auch 5 bis 6 mahl dergleichen gemacht 
auf allerhand stehlungen bis es guet ausge- 
fallen"3'. lm großen Format scheint diese Figur 
jedoch niemals ausgeführt worden zu sein. Bei 
einem dritten Modell, das rechts unten auf dem 
Straub-Porträt wiedergegeben ist, handelt es 
sich um den (verschollenen) plastischen Entwurf 
für die St.-Johann-von-Nepomuk-Gruppe (1751), 
eine aus Eichenholz geschnitzte Brunnenplastik 
(Abb. 24). Sie war einst vor der Fassade des 
Jesuitenkollegs in München aufgestellt". Über 
die besondere lkonographie des van B. A. Al- 
brecht im Jahre 1763 ausgeführten Straub-Por- 
träts ist hier zusammenfassend festzustellen, daß 
es für eine bestimmte Zeitphase des Werkes des 
hier Dargestellten einen auffallenden Dokumen- 
tationscharakter besitzt. Daß auf dem Gemälde 
keine vollendeten Werke, sondern ausschließlich 
Modelle abgebildet wurden, beweist, welchen 
Wert Straub gerade auf ihre Darstellung legte. 
Er wollte mit ihnen zusammen verewigt sein. Es 
ist dies zugleich ein Beweis für die Sichtbarma- 
chung von künstlerischen lnventionen. Dies ist 
typisch für die Kunstvorstellung des Barock. 
Aufgrund der Jahreszahl „1745", die neben der 
Künstlersignatur Straubs auf dem Altöttinger 
Kardiotaph erscheint, glaubte man bisher irr- 
tümlich, daß dieses Werk bereits in dem eben 
erwähnten Jahre fertiggestellt gewesen sei. Tat- 
sächlich wurde jedoch das Herzurnendenkmal für 
Karl Vll. frühestens am Ende des Jahres 1748 
vollendet. Diese wesentlich später anzusetzende 
Dotierung ergibt sich aus einem Brief vom 
19. November 1748. Damals teilte der kurbaye- 
rische Konferenzminister (seit 1747), Direktor des 
Geheimen Rates und Obristhofmeister Johann 
Maximilian IV. Emanuel Graf von Preysing-Ho- 
henaschau (reg. von 1739-1764), der Kapellver- 
waltung in Altötting mit, daß das Herzurnen- 
denkmal bei J. B. Straub „eben" in Arbeit sei". 
Als der Bildhauer am 26. Januar 1758, also 
rund zehn Jahre später, eine Eingabe bei dem 
kurfürstlichen Hofzahlamt wegen Gehaltserhö- 
hung machte, erwähnte er seine Verdienste. Un- 

	        

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