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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXI (1976 / Heft 144)

in aber, wie Euer Mt., allergnödigst wis- 
ier gleichen kostbahre arbeit ziembliche 
iel leüthe und grosse Spesen erforderLmein 
es Vermögen hingegen sich weit nicht 
erstrecket dergleichen zu verlegen". 
:lert deshalb, daß ihm selbst, ähnlich wie 
s seinem Vater, während des Zeitraums 
rbeiten am Werk ein Vorschuß in der 
von 100 Gulden monatlich „auss dero prä- 
15H Wein-, Biertatz und Saltzgeföllen", 
„a conto dieser arbeit und künftige Ab- 
; des Macherlohns7". 
holtenen Aufzeichnungen der Formen von 
efößen erlauben vielleicht, zum erstenmal 
n die Schöpfung des Prager Meisters hin- 
licken. Bis jetzt war nur ein einziges Werk 
iiner Hand bekannt; Ein Kristallglas mit 
Schraubenverschluß, signiert F.E.M., aus 
itte der sechziger Jahre des 17. Jahrhun- 
von dem angenommen wurde, daß es in 
ikunft zur stilistischen Lösung und Erken- 
anderer Werke von Ferdinand Eusebio 
wird, die heute im Kunsthistorischen Mu- 
n Wien aufbewahrt sind". Das Glas, ähn- 
e die neu gefundenen Skizzen, knüpft an 
'zten Jahre der Schöpfung von Dionysio 
ine Kunstwerke an. Ferdinand Eusebio ar- 
überwiegend mit Bergkristallen, weiters 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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"el Skreta. Die Familie des kaiserlichen Edel- 
nschneiders Dionysio Miseroni, 1653. Natio- 
galerie in Prag 
schollenes marmarnes E itaph des Ottavio 
eroni aus dem Jahre 16 4 in der St.-Maria- 
gdalena-Kirche auf der Kleinseite in Prag 
A, Sammlung Wunschwitzl 
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pondenz des Präsidenten der böhmischen Hof- 
:r Ales Graf Vratislav. SZA, BHK I, 1670 Schach- 
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dann mit böhmischem Jaspis und Achat, weniger 
mit orientalischen Steinen. Die einzelnen Teile 
der Becher und Gläser verbindet er mit einer 
goldenen Montur oder mittels Verstärkung des 
Mantels, schneidet dann meisterhaft einen mono- 
lithen Becher, einschließlich des Handgriffs, aus 
einem Mineralstück. Zum Unterschied van den 
virtuosen manieristischen Formvorstellungen, 
geht er von der Form und dem Charakter des 
Rohmaterials, als eines im Vorhinein gegebenen 
und bestimmenden Faktors, aus. Darin liegt das 
Neue und ist das Seine, damit hat er die Grenze 
überschritten, die in den letzten Werken von 
Dionysio angedeutet wurde. Das künstlerische 
Glaubensbekenntnis des letzten Miseroni kann 
man lapidarisch folgendermaßen zusammenfas- 
sen: Die Möglichkeiten des Kristall- oder Jaspis- 
blocks sind die Möglichkeiten des Künstlers. Die 
Formen der Gefäße, Becher, Schüsseln, Pokale 
und Flaschen wurden im Einklang mit dem ethi- 
schen Gefühlssinn in Gestalt und Dekor graber, 
bekamen größere, robustere Ausmaße. (Der Be- 
cher auf der Aufzeichnung Nr. 1 ist z. B. 27,5 cm 
hoch, Becher Nr. 4 sagar 30,5 cm.) Die Arbeit 
im Prager Atelier schritt in den Herbstmonaten 
derartig vorwärts, daß schon am 15. Jänner 
1673 Ferdinand Eusebio das erste gefertigte Kri- 
stallstück übergab: 
„ein hohes geschier von Christall auf ein Fuess 
sambt dem deckhel" für 100 Taler und am 8. Sep- 
tember des gleichen Jahres wiederum „ein ge- 
schier alss ein Muschl auf ein fues" für 95 Taler. 
Die anspruchsvolle Schöpfung schreitet langsam 
aber kontinuierlich vorwärts, und die Lieferungen 
erreichen jährlich die kaiserliche Schatzkammer 
in Wien. Ende Jönner 1677 übergab dann der 
Edelsteinschneider eine Teilspezifikation dieser 
luxuriösen Ware. An die 14 kleine, mittlere und 
größere Kristall-„Geschier", davon ein großer 
Topas-Solitär, sind das Ergebnis der vierjährigen 
Arbeit von Eusebias Werkstatt im Gesamtwerte 
von 4445 Talern. Außer den zwei genannten Wer- 
ken waren es: 
„ltem den 29. Augusti 1674 ein 
nncrhir mit ein filmt: mit 7 Mnii. 
ttem ein langlichts geschier in 
form einer Muschel, darauf ein 
glaren Kopf auf ein fuess 220 Reichstaler 
ltem ein Kandl von Christall mit 
einer handthaben und deckhel 
mit granaten carmisiert 350 Reichstaler 
ltem ein Klein geschier! als wie 
ein Herz 50 Reichstaler 
ltem ein anders geschierl auf ein 
fuess von Schwarzen Christall 40 Reichstaler 
ltem Ein Schalen auf ein fuess, 
darauf ein Laubwerckh geschnitten 70 Reichstaler 
ltem ein geschier alss wie ein 
Becher sambt den Deckhel 100 Reichstaler 
ltem ein Geschier alss wie ein 
Schalen auf ein fuess 70 Reichstaler 
ltem ein geschier alls wie ein 
Tielfe Schalen 110 Reichstaler 
ltem ein Trachen von Christall 
auf einem Wagele 
ltem ein hochen Becher sambt 
dem fuess und deckhl von 
böhmischen Topasi 1200 Reichstaler 
Die zwei bedeutungsvollsten Werke: „ein Trachen 
von Christall auf einem Wagele" für 1700 Taler 
und „ein hochen Becher sambt dem fuess und 
deckhl von böhmischen Topasi" für 1200 Taler, 
rufen wegen ihres hohen Preises eine kommis- 
sionelle Untersuchung hervor, und obzwar „der 
lezt gelieferte drach von cristal und der Becher 
von Topasi seye gross van etlich Böhmischen 
Seidel" und der Drachen ist außerdem nach An- 
sicht der Kommission „sauber und fleissig ge- 
macht", ist der Edelsteinschneider am Ende ge- 
zwungen, seine finanziellen Forderungen herab- 
zusetzen. Er selbst schlug vor, den Betrag um 
312 bis 512 Taler zu ermäßigen mit der Bedin- 
gung, daß ihm 800 Taler sofort in Bargeld aus- 
bezahlt werden und daß ihm der monatliche 
Vorschuß von 100 Gulden erhalten bleibe, denn 
er rechnete mit der Beendigung des Werkes in 
einer zweijährigen Frist". 
Am Ende der siebziger Jahre entschloß er sich, 
die Arbeit in der alten Edelsteinschleiferei im 
Ärnnl der knicarmfilxln in PrnnJZiil-mnn? Äin unn 
1700 Reich staler
	        

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