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Full text: Alte und Moderne Kunst XXVI (1981 / Heft 177)

l Bartholomaus Spranger, "Venus und Adonis-i, um 1595 
(Ovid, Metamorphosen X. 88ff.). OllLeinwand, 163 x 
104,3 cm. Wien, Kunsthistorisches Museum, lnv. Nr. 
2526. Aus der Kunstkammer Fiudolfs ll. 
Detail aus B. Sprangers "Venus und Adonisii (Abb. 8), 
der Kopf Amors 
wie Anm. 10. s. 129. 1:0. 
Im Gegensatz zu der enei negativen Wertung dieses Späiwerkes 
bei Oberhuber. wie Anm. 10. s. 202 a. sehen Wll es ll'l diesem Zu- 
sammenhang als kraftvolle und absolute Schöpfung Sprarlgels 
und weisen ein die mdtlviscfte Parallele mit dem neiigerunue- 
rien Werk "in 
Schwarzenfeld, wie Anm. a. s. 147 
ebenso wie die auf dem Stich sichtbaren Einflüs- 
se des Knorpelstils bestätigen diese Datierung 
von Lukas Kilians Werk. 
In Wiens Kunsthistorischem Museum befindet 
sich eine großformatige Gruppe von Sprangers 
Darstellungen mythologischer Götterliebe. Zu- 
sammen mit zwei weiteren Gemälden, die aus 
Wien in das Grazer Joanneum gelangt sind, bilden 
sie eine eindrucksvolle Reihe. Darunter finden wir 
Sprangers glanzvollste Hauptwerke, wie "Venus 
und Adonisii (Abb. 7), "Mars und Venus", "Venus 
und Merkur", "Merkur warnt Mars und Venusii, 
"Ceres, Bacchus und Venus", "Jupiter und Antio- 
peii (Abb. 8). Dazu fügt sich auch die bedeutende 
Allegorie "Triumph der Weisheit über die Unwis- 
senheitii. 
Leider nicht ausgestellt ist das außerordentlich 
bedeutsame Spätwerk Sprangers "Venus in der 
Schmiede des Vulkanusiilä In dieser achsialen, 
lotrechten Komposition de onstriert der alles be- 
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herrschende Leib der Göttin machtvoll das zentra- 
le Thema "Amor vincit omniaii (Abb. 9). Dieses Ge- 
mälde ist ebenso wie das hier neu vorgestellte 
Werk der "Fesselung Merkursii eine große Allego- 
rie der Liebe. Diese so konsequent gestaltete Fol- 
ge der "Götterlieberi ist nur erklärbar, wenn man 
darin den wesentlichen Teil einer imposanten hö- 
fischen Ausstattung erblickt. Der Geist von Ru- 
dolfs Prager Kaiserhof klingt auf in diesen Bildern 
gleich einer Arie von Claudio Monteverdi. Zwar 
hatte Prag nicht den ausschließlichen Ruf eines 
"Liebeshofesii wie das Mantua der Gonzaga, wie 
Fontainebleau oder der Hof der Medici in Florenz. 
"Amor vincit omniaii und "Amor cedit nulliii schei- 
nen uns dennoch auch in Prag beherrschende M0- 
tive gewesen zu sein. Neben Astrologen und Al- 
chimisten, Künstlern und den Sammlungen der 
Kunst- und Wunderkammer spielten auch "kaiser- 
liche Frauenzimmerriiß, vor allem aber Katharina 
da Strada ihre große Rolle.
	        
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