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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVIII (1983 / Heft 188)

A 
nmerkungen 1 - 7 
Frllz Novolny- Johannes Dobai. Gustav Krimi. Residenz-Verlag, Salz- 
burg 1967. 
AIICB Strobl" Gustav Kliml. Die Zeicnnungßfi. Bd. i. Gelerle-Welz-Verlag, 
Salzburg-Wien iseo. 
Burkrlardi Flukschclo - Fioiand Schachel" Adolf LDOS - Leben und 
Werk. Residenz-Verlag, Salzburg-Wien 1982. 
Eduardv, Sekler Josef Hoffmann - Leben und Werk Residenz-Verlag, 
Salzburg-Wien 1982. 
Ver-Sacrum-Katalog, Wien 1982. . 
Moderne Vergangenheit, Katalog. Wien 198i. 
V81! Behal: MÖDGI G95 Jugendstils. Presiel-Verlag, München 1981. 
Werner J, Schwelgen Wiener Werkstätte - Kunsthandwerk. 1903-02. 
Chrtstian-Brandstatter-Verlag und Edition, Wien 1982. 
Martan Bisanz-Prakkew Das Quadrat in der Flachenkunst der Wiener 
SSCBSSIOH. Alte und moderne Kunst. 27 Jg. 1982. HQH 180181, S. 40 
bis 4G. 
Herbert Giese: Aspekte des Wiener Kunstgewerbes um 1906 Dualis- 
rrtusalsPrlnzlpJtlleund moderne Kunsl.27..lg. 1982 Heft 183,S.3S-3B. 
Dieter Bogner: Die geometrischen Fleliefs VUHJDSB1 Hoffmann. Alte und 
moderne Kunst, 27. Jg. 1982. Hell 184H85. S. 24-33. 
Marlan Elsanz-Prakken on. cit. 
SzabadlJudlr A magyarszecessziö Cnrvlna, Budapest 1979. 
Nerneth Leios- Csontvary Knsztks Tivsder. Corvlne, Budapest 1972. 
Nernelh Lalos. Eaalbek. Corvrna, Budapest isst, 
Eernätih Mafia RIppi-Rünal Jblssf Gondoial, Budapest 1975 
Slil EGIE Gulacsy Laios. Onrvlna, Budapest 1980, 
war, daß deren Grundcharakter auch heute noch die 
StimmungderdamaligenGroßstädtederMonarchiebe- 
stimmt. Obzwar die künstlerischen Richtungen Ende 
der 90er Jahre tatsächlich auseinanderzulaufen schei- 
nen, taucht bei gründlichererAnalyse, trotz derAbsicht 
zu unterscheiden, fortwährend in zweiter Linie, so man- 
cher, sich zähe erhaltende gemeinsame Zug auf. und 
auf dem Niveau von mittelmäßigen künstlerischen Lei- 
stungen, eine gemeinsame Formensprache. Die her- 
vorragenden Künstlerindividualitaten in Ungarn rea- 
gierten sehr empfindlich auf die gesellschaftlich-histo- 
rischen Probleme der Zeit und hielten mit einer ethi- 
schen Verpflichtung an den nationalen Traditionen, an 
der politisch gefärbten Kulturfest. Auch diese künstleri- 
schen und existentiellen Probleme, die in ganz Europa 
aktuell waren, haben die Künstlerden eigenartigen un- 
garischen Verhältnissen angepaßt. und ihre spezifisch 
individuelle Sprache war in ihrer Ganzheit so abgefaßt. 
daB sie nur im ungarisch-historischen und gesellschaft- 
lich-kulturellen Medienbereich verständlich war. Sie 
waren meistzu stark an die national und lokal umschrie- 
benen Aufgaben gebunden, um die konkreten Forde- 
rungen auf das Niveau abstrakter Ideen heben zu kön- 
nen. DieAusstrahlungskraft des hervorragenden ästhe- 
lischenwertes eineraußerordentlichen künstlerischen 
Leistung war nur selten imstande, die schützende, aber 
isolierend tiefe Einbettung in die nationale Kultur zu 
durchdringen. Wenn in der Sezessionsperiode der bei- 
den Nationen ihre hervorragendsten Meister auch tat- 
sächlich ihre Oeuvres in verschiedenem Stil und Geist 
hervorbrachten, so finden sich auf dem Niveau des ver- 
läßlichen Kunstgewerbes der Industrie, bei kleinen aber 
qualitätvollen Meistern doch auf Schritt und Tritt ahn- 
liche Lösungen. 
Trotzdem der höhere künstlerische Unterricht damals 
in Wien und in Budapestschon getrennte Wege ging und 
die Ungarn sich in erster Linie nach München bezie- 
hungsweise Paris orientierten, tauchten doch an der 
Akademie in Wien auch damals noch, besonders in der 
Abteilung Skulptur, ungarische künstlerische Namen 
auf. 
Zu ihnengehorte Edmund Moiret, derBildhauer. dessen 
Lebenswerkbisjetzt in Ungarn noch nichtautgearbeitet 
worden ist. Der überwiegende Teil seines Nachlasses 
wird in Wien aufbewahrt und eine Aufarbeitung dessel- 
ben wäre schon deswegen wichtig, weil darin seine Ta- 
tigkeil eigentümlicherweise eine Brücke zwischen der 
Wiener Secession und deren dekorativer Skulptur ein- 
erseits, andererseits der ungarischen Kolonie par ex- 
cellence, den Künstlern von Güdöllö, und deren Tätig- 
keit bildet. 
Diese Künstlerkolonie von Godöllö (1903 - 1919) war 
die einzige künstlerische Vereinigung der Sezession in 
Ungarn, die gemeinsame ästhetische Prinzipien ver- 
kündete und gleiche Lebensformen wählte. Ihr von My- 
stizismus durchdrungener Symbolismus war mit der 
aus der Volkskunst hervorgehenden ungarischen Se- 
zession verflochten. Ihre Bestrebungen, auch in der 
Form ungarische Kunst zu schaffen, mißlangen. Ihre 
Kunstanschauung warvon romantischer Volkstümlich- 
keit durchdrungen. ihre Richtung innerhalb der Sezes- 
sion war die nethnischsteri. 
Edmund Moiret wurde am 2. März 1883 in Budapest in 
einer bürgerlichen Familie französischen Ursprungs 
geboren. 
Schon als Kind zeigte er Talent für das Zeichnen und 
nach Absolvierung des Gymnasiums bezog er die 
Kunstakademie, wo in der Malerei Ede Ballö und in der 
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