MAK
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Gruppe auf ungewöhnliche Art und Weise entstanden, 
blieb die große Bedeutung, die sie der Beziehung zwi 
schen Aktion und Malerei beimaßen, doch charakteri 
stisch für ihre Kunst. Nur äußerst selten stand daher eine 
Aktion allein und für sich. 
Bei Objekten gingen die Gutai-Künstler dagegen oft in 
umgekehrter Reihenfolge vor: Die Materialien, dieTsuru- 
ko Yamazaki für ihre Arbeiten bei der Open-Air-Ausstel- 
lung benutzte, fanden sich später in ihren Gemälden 
wieder, und aus Atsuko Tanakas großartigem Objekt - 
dem Elektrischen Kleid - wurde ein riesiges beleuchtetes 
Gemälde. Auseinandergenommen und auf eine Lein 
wand gespannt, erhielt es durch die Kreise und Linien, 
die sich aus der Anordnung der Kabel ergaben, eine völ 
lig neue Gestalt. Obwohl Yoshihara stets die oft schwer 
zu definierenden Ausdrucksformen junger Künstler 
unterstützte, überrascht es nicht, daß er selbst, der tra 
ditionellen Künstlergruppen angehört und sich einen Ruf 
als Maler erworben hatte, die Malerei als endgültiges Ziel 
und andere Medien als vorläufige Prozesse verstand. 
Nachdem sich die Gutai-Künstler 1958 durch den Kon 
takt mit Tapie der Bedeutung ihrer Werke bewußt ge 
worden waren, scheint Yoshihara sie dazu angehalten 
zu haben, ihre Experimente mit der Aktionskunst zu ver 
tiefen und eine neue Art von Bildern zu schaffen. Diese 
Werke zogen um 1960 internationale Aufmerksamkeit 
auf sich, allerdings gab es damals keine Kritiker, die in 
der Lage gewesen wären, sie zu analysieren. 
Für Allan Kaprow zeigten Jackson Pollocks Bilder eine 
Möglichkeit auf, die Form der Malerei zu demontieren, 
und sein erklärtes Ziel war es, diesen Weg durch die 
Aufführung von Happenings weiterzuverfolgen.si Vor 
Kaprow hatte schon Harold Rosenberg das Konzept des 
Action painting formuliert, dabei aber den Prozeß und 
nicht das fertige Werk - also die Aktion, und nicht das 
Bild - in den Vordergrund gestellt.3^ Einerseits bewies 
die Gutai-Gruppe Mitte der fünfziger Jahre in ihren Aktio 
nen eine Radikalität, die auf der Welt ihresgleichen such 
st Allan Kaprow, »The Legacy of Jackson Pollock-, in: 
Art News, 57, 6. Oktober 1958, S. 56. 
32 Harold Rosenberg, »American Action Painters«, in: Art News, 51, 
8. Dezember 1952, S. 56. Eine detaillierte Beschreibung der Ähn 
lichkeiten von Shiragas und Rosenbergs Schriften findet sich in 
folgendem Aufsatz: Akira Tatehata, »Seiseisuru taburo - Gutai 
bijutsu kyokai no 1950 nendai» (Wie Bilder entstehen: Der Gutai 
in den fünfziger Jahren), in: Action and Emotion - Paintings in the 
1950s, Osaka 1985.
	        

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