MAK

Full text: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 11)

Eine Vitrine nehmen die 
Porzellanwaren der Firma 
Camille Naudot ein. Derzeit 
die einzigen reichen Porzellan- 
waren ausser denen von 
Sevres. Sie sind von blau- 
weisser durchsichtiger Fär- 
bung. Die interessantesten 
Stücke der Ausstellung zeigen 
Emaileinlagen in das „a jour" 
gearbeitete Porzellan. Die 
Emaileinlagen sind durch- 
sichtig und in schönen klaren 
Farben gehalten. Das Por- 
zellan geht vierzehnmal 
durchs Feuer und kommt der 
alten Sevresproduktion aus 
dem vorigen Jahrhundert 
' v gleich, aber die Zeichnung 
Weltausstellung zgolSztguf-ntilllbsgikieoLlilrtggälumemopf, königl. ist durchaus modern und 
originell. 
Ein sehr geschmackvolles Stück in „Nouveau Art" repräsentiert Max 
Blondats Handwaschbassin aus einem Stück Zinn gearbeitet: Erde undWellen. 
Aubert hat sehr geschmackvolle polychrome Spitzen ausgestellt. 
Unbedingt neu ist die Medaille, welche Frankreich herstellen liess, um 
die Weltausstellung zu ehren, welche ja zum Andenken an den Verkauf des 
Louisianergebietes von Frankreich an Amerika installiert wurde. Dubois ist 
der Künstler, welcher Frankreich und Amerika H durch typische Gestalten - 
verkörpert unter dem Friedensbaume darstellt. 
Frankreich hat auch noch in seinem Regierungsgebäude - äusserlich 
eine Nachbildung des Schlosses Grand Trianon - eine bedeutende Sammlung 
moderner Kunstgegenstände vereinigt, welche die beiden Gesellschaften 
„L'Union centrale desArts decoratifs" und „Artistes-Decorateurs"einsendeten. 
Leider war es hier sehr schwierig, photographische Aufnahmen machen zu 
lassen und mit grossem Bedauern durchschritt ich die beiden sehr stimmungs- 
vollenRäume, denn nur zu gern hätte ichAbbildungen der ganzen Interieurs und 
vieler einzelner Gegenstände gesandt. Der eine Raum der Artistes-Decorateurs 
ist in Graublau ausgestattet, die Kurven des „Nouveau Art" und die Pfauen- 
feder herrschen vor und bestimmen den Charakter. Pierre Selmersheim 
ist der Architekt. Der von der „Union des Arts decoratifs" eingenommene 
Raum ist unter der Direktion von George Berger entstanden und dessen 
innere Dekoration ist von George I-Ientschel geleitet worden. Der ganze 
Raum zeigt Holzverkleidung aus algerischem Platanenholz und als dekorative 
Pflanze wurde der I-Iagedorn erwählt wegen der Mannigfaltigkeit und 

	        

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