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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1866 / 4)

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a) Ans der Abtheiluug der Kupferstiche und Holzschnitte: Drei Ornamente von

B. Aldegrever (B. 197, 228, 284); ein Ornament von B. Beham (fehlt bei 13.); ein

Wappen von H. S. Beham (B. 257); sechs Blätter der Propheten und Sybillen von

M. Angele, gestochen von G. Ghisi (B. 17-22); die „Kletterer" von M. Angela, alte

gegenseitige Copie nach M. A. Raimondi (B. 487); ein Ornamentstich von L. v, Leyden

(B. 167); Ornamentstich aus der Schule M. Rubens (B. 554); das chimiirische Thier und

drei Wappenstiche von M. Schön (B. 93, 99, 104, 102) und Tizian's „Triumph der

christlichen Kirche" in Holz geschnitten von A. Andreani (B. 91, IX); slimmtliche Blätter

in sehr guten Drucken.

b) Aus der Abtheilung der Handzeichnimgen: der „Triumph Amors" mit der Feder

und Bister gezeichnet von Polid oro Caldara, genannt Carsvaggio; eine Federzeichnung

Hans Holhein's „Dolchscheide mit einem Triumphzuge" vom Jahre 1545 samxnt der

nach dem Originale gearbeiteten Radirung von A. Camesina, und eine Federzeichnung

Il. Schäuffeleiifs ein Altar mit Christus am Kreuze.

o) Aus der Abtheilung der Bücher: 9 A gricola's „Vom Bergwerk XH Bücher mit

vielen Abbildungen", Bsscler Ausgabe vom Jahre 1557; Bartoli's „Colonna. Täajuua";

Hannibal Carraccfs Zeichenbnch (Rem1646); die Bronzethiiren L. Ghibertfs, gestochen

 von F. Keller (1798 mit Text); der Pompa Introitus Ferdinaudi mit Stichen nach

„C. P. Rubens von P. Pontius und Th. van Thulden", Antwerpen 1641, und die lateinische

Ausgabe von der Anatomie des Vesalius (Basel 1543).

d) Aus der Abtheilung der Münzen und Medaillen: die Medaille in Silber auf den

Bau der Nürnberger Festungswcrke vom Jahre 1538; drei Bleigiisse mit Porträten aus der

ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts und ein ernaillirtes Wappen vom Jahre 1616.

e) Aus der Abtheilnng der Holzsculptnren (Antiquitäten): einen „Ada1n" stehend

in ganzer Figur, H. 9" 6'", theilweise bemalt. J. D. Böhm hielt diese kostbare Figur

für ein Werk Diirer's; wahrscheinlicherweise stemmt es aus derselben Schule und Zeit,

aus der die sogenannten Holzköpfe Karl des Kiihnen und seiner Gemahlin hervorgegangen

sind; den Kopf eines Heiligen in schöner breiter Behandlung aus dem Anfange des

16. Jahrhundertes; eine der „klugen Jungfrauen", reizendes Figiirchen mit der Originalbemalung

 aus dem Ende des 15. Jahrhundertes, 11" 6'" hoch; Christus am Kreuze

aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhundertes, H. 12" 6'", ein Werk von vollendeter Technik,

und ein schön geschnitzter Holzrahmen aus derselben Zeit. Die angeüibrten Holzschnitzwerke

 hesass Böhm schon seit Jahrzehenten. Dieselben werden nun einen Glanspunkt

des Museums bilden. Sie gehören zu den schönsten und lehrreichsten Holz-Scnlpturen

deutscher Kunst und ihre Erwerbung ist für das österr. Museum um so wichtiger, als die

Vorführung ausgezeichneter Vorbilder der Schnitzkunst bei der grossen Ausbildung der verwandten

 Kunstgewerbszweige - für Drechsler und Elfenbeinschnitzer, und vorzugsweise -

für jene Bildsclmitzer, welche sich der kirchlichen Kunst zuwenden - hier in Wien als

eine der dringendsten Aufgaben eines Museums betrachtet werden muss.

f) Aus der Abtheilung der Terracotten wurde fir das Museum die vortredliche

 lehensgrosse Büste Casanova's erworben und aus den übrigen Antiquitäten

eine Faniiliengrnppe von Alt-Wiener Porcellan, ein gravirtes Pokalglas aus dem vorigen

Jahrhunderte, zwei kleine gravirte Silberschmucksachen und eine goldgepresste Wandtapete

in Leder. Die Terracottabiiste Casanovals reiht sich würdig den fünf tredlichen Terracottabiisten

 aus dem 16. Jahrhunderte an, welche das Museum theils in Folge Ankaufs, theils

als Geschenk des Freih. A. v. Rothschild bereits besitzt. Wir legen auf die Erwerbung

dieser Biiste ein ganz besonderes Gewicht, weil Büsten aus Terracotta jetzt wieder vielfach

und besonders ausgezeichnet in Paris gemacht werden, ältere gute Terracottsbiisten aber

ausscrordentlich selten geworden sind.

Aus diesen kurzen Andeutungen diirRe es klar sein, dass das Museum durch die

Erwerbungen aus der Böhm'schen Sammlung eine wesentliche Bereicherung erfahren hat.

Vorlesungen im Museum.

(Fortsetzung uns dem Dezember-Helm.)

(Vorlesungen des llrn. Architekten Ferstel über Perspeellve. Schluss.)

In rler sechsten Vorlesung wurden die Begriße erörtert, welchenmngewöhnlieh unter

dem Nnmen der perepectiviechen Einheit und der künstlerischen Freiheit

bezeichnet. Im Speeiellen begreift der Ausdruck perspectivische Einheit jene Anforderung

in sich, welche alle einzelnen Theile des Bildes zum richtigen Ganzen vereinigt - die Anforderung

 nlsn, dass nur ein Horizont und Angpunct, nur eine Distanz und nur ein Mass-
            
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