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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 11)

Widerstand vermissen. Andrerseits kann man einwenden, daß die niederdeutschen

 Holzschnitzer ihre Technik ganz auf das Eichenholz eingestellt

haben und doch nicht so überlegende Materialdenker waren wie unsere

modernen Kunstgewerbler. Technische Schönheiten finden wir dann vor

allem an der MarienFigur; noch die Abbildung läßt erraten, mit wie einfachen

Mitteln in dem vollkom- stellen und ihn unsbei einer

mensten Holzschnittstil der angestrengten Landarbeit

SchnitzerdenGegensatzvon denken, so bliebe kein Rest

Gesicht und Haar heraus- von Unwahrscheinlichkeit.

gebracht hat. Wir denken Echte Volkskunst verleugzum

 Vergleich an die Skulp- net sich also auch im fremturen

 unserer norddeut- den Gewande nicht. Und

schen Kunstgewerbeschu- warum sollten diese in ihrer

len, Hamburgs beispiels- naiven Auffassung vollenweise,

 und verstehen dann deten Holzüguren weniger

die Freundschaft zwischen WertfürdiedeutscheKunst-Gegenwart

 und vergange- geschichte besitzen als diener

 Volkskunst. jenigen Schöpfungen, die

Wer einmal unseren mehr Vertreter des Zeitdeutschen

 Nordwestwinkel, geschmackes sind? Mit

wo Friesentum undDeutsch- sicherem künstlerischen Getumsichvermischen,durch-

 fühl hat der Oldenburger

wandert hat, wird in den Bildschnitzer Bewegung,

Skulpturen Leute dieses Gewand und Gesichtsausmoorigen

 Landes begrüßen druck zu einem Ganzen verund

 das bißchen Schema, bunden. Der schwere Rock

das die heilige Darstellung der ChristusFigur stimmt

nun einmal verlangt, ganz rnit den ernsten, durcharübersehen.

 Könnten wir beiteten Zügen überein, das

dem Johannes oder der etwas vorfiatternde Ge-Maria

 die Ammerländer wand der schwächlichen

Bauerntracht anziehen, so Johannesgestaltpaßtzudem

wären es Bilder der Gegen- Johannesiuntnm Kmn), ängstlich vorgeschobenen,

wart; könnten wir den Chri- "im P54 '49", olden- greisenhaften Kopfe; bei

. . . burger Arbeit, um i5oo, .

stus mit seinem typischen Eichmhol, demzweitenjohannes, dem

NiedersachsenkopfaufsFeld Gegenstück der Marienfigur,

 spiegelt sich die Frömmigkeit und Einfalt in der ganzen Körperhaltung

 und im Gesichtsausdruck wider, während sich bei der Madonna

die Anmut des Kopfes auch in dem wundervollen Gegenspiel der

gefalteten Hände kundgibt. Wenn auch die Volkskünstler in Wort und

Bild meist vorzügliche Seelenkenner sind, so haben wir es hier doch

scheinbar mit wirklichen Lebensbildem zu tun; den gläubigen Johannes

mag der Bildhauer wirklich in der Ammerländer Dorfkirche beobachtet

haben, die Maria könnte nach dem Modell seiner Frau oder Schwester

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