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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 5)

zyu

Stimmung um sich und helfen so dem Stadtbilde von Salzburg jene Buntheit

und Lebendigkeit geben, die wir alle an ihm lieben.

In der Kaigasse, nahe dem Regierungsgebäude, steht noch ein Brunnen

(Abb. 28). Es ist ein schlanker Pfeiler aus weißem Marmor, mit einer antikisierenden

 Maske an der Rückwand, mit einem Aufsatz, an dem zwei Delphine

das angeheftete Stadtwappen flankieren und mit einer flechtbandumwundenen

Vase als Bekrönung. Der Brunnen ist gewiß nicht häßlich; er besitzt die

adrette Zierlichkeit des Salzburger Empire, wie es etwa Peter PBauder mit

seinen geschmackvollen Dekorationen vertritt} Aber dem Brunnen fehlt

sowohl das Festlich-Prunkende als das Anmutig-Heitere der Brunnen, die wir

bisher kennen gelernt haben; er ist korrekt und nüchtern, ein bißchen steif

und unpersönlich. An seinem Gebälk steht: „Memorabili anno MDCCCVI".

Und in der Tat, dieses 1806 ist ein einschneidend denkwürdiges Jahr in der

Geschichte von Salzburg. 1803 war das geistliche Fürstentum zusammengebrochen

 und Salzburg unter dem Großherzog von Toskana ein weltlicher

Staat geworden; 1806 aber nahm diese Selbständigkeit ein Ende, der Preßburger

 Friede gab Salzburg an Österreich, bei dem es - mit Ausnahme des

kurzen bayrischen Zwischenspiels von 1810 bis 18:6 - geblieben ist. Politisch

 und künstlerisch ist seine selbständige Geschichte damit zu Ende; aus

der stolzen Residenzstadt der prunkliebenden Fürsterzbischöfe ist eine Provinzstadt

 geworden, wie es viele gibt. Aber dennoch eine Stadt sondergleichen;

 der künstlerische Reichtum, den die Voreltem hier aufgehäuft

haben, bildet noch heute einen stolzen Besitz, den Sorgfalt und Eifersucht

hüten müssen; der Glanz der Vergangenheit schimmert durch die nüchtemere

Gegenwart, und wer künstlerisch fühlend Salzburg durchwandert, wird aus

der Pracht der Kirchen und Paläste, aus der wohligen Weiträumigkeit der

Plätze und Straßen, nicht zuletzt aus dem Rauschen seiner Brunnen die

wahrhafte Adligkeit dieser Stadt, ihre fürstliche Vornehmheit erkennen.

AUS DEM WIENER KUNSTLEBENSW VON

HARTWIG FISCHEL-WIEN 50'

KONKURRENZENTWURFE FUR DIE „l-IEERSCHAU MAXIMI-LIANS

 1.". Im großen Festsaale des k. u. k. Militärwissenschaftlichen und Kasinovereines

 ist das Resultat einer Konkurrenz zur Schau gestellt, die zur Erlangung von Entwürfen

 für ein historisches Gemälde: Heerschau Kaiser Maximilians I. in Trient x5o8

veranstaltet wurde, welches eine große Saalwand im Kriegsministerium zu schmücken

bestimmt ist.

Der prunkvolle Raum umschließt ein dürhiges Ergebnis. Die Zahl der eingelangten

Entwürfe ist groß - ihr Wert aber nicht. Die Mehrzahl der Konkurrenten erreicht nicht

das Niveau, welches selbst bescheidenen Forderungen entspricht. Das Interesse für historische

 Aufgaben ist erlahmt und die Fähigkeit für neue Ausdrucksformen äußerst selten.

' Das beste Beispiel dafür ist das Portal am Hause Ludwig Viktor-Platz Nr. 7. (Österreichische Kunsttopograpbiß.

 X111. FiE- 379-)
            
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