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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1871 / 70)

und in zwei separate Abtheilnngen zerfallt, in ein Fine Arts Department

und ein Industrial Department. Die erstere Ahtheilung enthält die Oelgemälde,

 die Aquarelle, Miniaturmalereien, Zeichnungen, Decorationsmalereien,

 Emails, Mosaiken, Glasgemälde und Fächer, dann folgt die

Scnlptur in Marmor und Terracotta, die Medailleurkunst, die Plastik in

Metall, welche letztere die ganze Goldschmied- und Juwelierkunst in

sich begreift, darunter sich auch Prachteinbände von Büchern mit Metallarbeit

 befinden. Hieran kann man dann auch, wenn man einmal so

ordnet, die indischen Metallarheiten anreihen und unter die "Kunst"

rechnen. Es folgen nun mit den Sculpturen in Holz die Möbel, die eingelegten

 Arbeiten, die Elfenbeinschnitzereien und Aehnliches; sodann

die vervieliältigenden Künste, Stiche und Radirungen, Lithographien

und Photographien; weiter die architektonischen Zeichnungen, die Gewebe,

 Stickereien, Sbawls und Spitzen, nebst gezeichneten Entwürfen

für dergleichen Gegenstände, endlich zum Schluss die galvanoplastischen

und anderen Copien. Bei einer solchen Abtbeilung sieht man nicht ein,

warurn nicht auch die Fayencen und Porcellane, die auf dieser Ausstellung

 ganz vorzugsweise den höchsten Luxuscharakter tragen, ebenfalls

 der "Kunst" sind zngetheilt worden; sie befinden sich aber in der

zweiten Abtheilung, dem Industrial Department, das dann noch alle

worsted and woollen Fahrics enthält, nebst dem gesammten Unterrichtswesen.

 Im Uebrigen ist der Katalog im Detail mehr ausgearbeitet worden,

als es bisher bei den grossen Ausstellungen der Fall war und die Gegenstände

 sind durchgängig mit den entsprechenden Nummern und Beschreibungen

 versehen, was allerdings dem Forschenden eine angenehme

Hilfe gewährt.

Wie man sieht, ist aber durch solche Anordnung die Aufgabe des

Studirenden durchaus nicht erleichtert, und sie wird noch mehr erschwert

durch die locale Zerrissenheit der Gegenstände und die ausgedehnten,

des Oentrums entbehrenden Räumlichkeiten. Man kommt erst langsam

zu localer Orientirung und muss die verschiedensten Dinge neben einander

 betrachten. Hat man diese Schwierigkeiten überwunden, so entschädigt

 allerdings wohl die Fülle des Schönen, Interessanten und Lehrreichen

 für die überstandene Mühe.

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Seitdem Vorstehendes geschrieben wurde, ist die französische Abtheilung

 eröffnet worden und zwar als eine Art Bazar, aus dem unmittelbar

verkauft wird. Aehnliches wird für Oesterreich und Belgien gemeinsam

projectirt. Auf den Inhalt der französischen Abtheilung kommen wir

später zu sprechen. J. Falke.
            
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