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Die gegenwärtige Ausstellung des hiesigen Vereines nAdlErn wird
gewiss nicht verfehlen, auch bei dem grösseren Publicum für die Thätigkeit
des Vereines hohes Interesse zu erregen. Die Veranstaltung der Ausstellung
ist aber gerade in den Räumen des Museums vollberechtigt, weil
sie, wie Graf Zichy hervorgehoben hat, ein deutliches Bild von der reichen
Beschäftigung liefert, welche die Kunstgewerbe aller Art jederzeit im
Dienste der Wappenkunst fanden. Zur vorläufigen Orientirung über Zwecke
und Ziele der Ausstellung lassen wir hier schliesslich das Programm derselben
folgen, wie es Graf Zichy seinen Zuhörern vorgetragen hat:
Das Programm des wAdleru für die bevorstehende Ausstellung theilt sich in zwei
Theile, deren erste Abtheilung das streng Sachliche der Heraldik in drei Unterabtheilungen
enthält.
Erste Abthellnng.
Erste Unterabtheilung:
1. Heraldische Helme und Schilde, z. Malereien und Kunsthlätter, 3. Manuscripte
und Druckwerke, 4. moderne Prachtwerke, 5. Stammbucher und Geschlechter-Rollen,
6. Wappen und Adelsbriefe (Originaldiplome), 7. Curiusa.
Zweite Unterabtheilung:
r. Aufschwörbriefe, 5. Ahnentafeln (Proben), 3. Stammbäume, 4. genealogische
Manuscripte und Druckwerke, Familiengeschichten in Schrift und Druck.
Dritte Unterabtheilung; Sphragistik:
r. Siegelstempel und Petschafte (Typare), z. Originalsiegel, 3. Abgüsse in Metall,
Gyps, 4. Siegel moderner Meister, 5. Pergarnente mit Siegeln, 6. Sphragistische Manuscripte
und Druckwerke.
Schon in der ersten Abtheilung tritt es klar hervor, wie sehr die Künste der Heraldik
dienten und nöthig waren; noch mehr aber ist dieses der Fall in der
Zweiten Abthellnng,
welche die directe Anwendung auf Kunst und Kunstgewerbe uns verführt. Sie umfasst
zehn Gruppen, welche enthalten:
l. Gruppe: Arbeiten in Metall. Hieher gehören: r. die Waffen, a. die Erzeugnisse
der Goldschmiedekunst und Email, 3. Münzen und Medaillen, 4.. heraldische Darstellungen
in verschiedenen Metallen.
ll. Gruppe: I. Steingravirungen (heraldische lntaglien), 2. Mosaik, 3. heraldische
Sculpturen.
lll. Gruppe: Anwendung der Heraldik auf Holz, r. als Schnitzwerke, 2. als Malerei
auf Holz und lntarsien, 3. Hausgeräthe mit Wappen.
IV. Gruppe: Thon in vier verschiedenen Abtheilungen; x. als Steingut, 2. Maiolika,
3. Fayence, 4. Porcellan.
V. Gruppe: Glas; i. als Getäss, z. als Glasmalerei, Fenster, 3. geschlilfenes und
geätztes Glas.
VI. Gruppe: Die heraldische Verwendung von Meerschaum, Perlmutter, Bein
und Horn.
VII. Gruppe: Leder; gepresst, als Buchereinband, als Tapete, Mobelüberzuge,
Antipendien; geschnittenes Leder und Ledermosaik.
Vlll. Gruppe: Weberei und Stickerei; l. kirchliche für Paramente, z. Tapeten,
Teppiche, Kleiderstolfe, Leinendamast, 3. Gold-, Seide- und Wollstickerei.
IX. Gruppe: vPapier; Buchdruckerzeichen, Bibliothekszeichen, Wasserzeichen, Papierpressungen,
Luxuspapiere und Siegelmarken. Den Schluss macht als
X. Gruppe: die Photographie in ihrer Anwendung auf die Heraldik,