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MAK

Full text : Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 8 und 9)


Quellenstudien in Archiven,

die viele wertvolle Nachrichten

über alte Töpferbetriebe gaben

und zahlreiche Namen, Siegel

und Hausmarken von Töpfern

lieferten, Nachgrabungen und

Notizen über zufällige Funde

von größeren Scherbenansammlungen,

 die auf eine Werkstätte

 schließen ließen, endlich

 eine überaus stattliche Anzahl

 von erhaltenen Objekten in

den privaten und öffentlichen

Sammlungen verarbeitete Walcher

 zu dem so anregenden und

wertvollen Buche.

Wenn ihn auch der Eifer,

volle Klarheit zu schaffen, und

die Ergriffenheit von seiner Aufgabe

 manches Mal verleitet haben,

 Hypothesen aufzustellen,

die vielleicht richtig, aber nicht

genug bewiesen sind und noch

Ausstellung der Wiener Kunstgewerbeschule. Bronzeplastik zur Diskussion Stehen bleiben

von Albert Besserdich (Schwarm-Schule) müssen, so  noch So außex;

ordentlich viel an Neuem, Gesichertem, daß wir dem Verfasser für sein Buch

vom Herzen dankbar sein müssen.

Nach den Akten blühte das Hafnergewerbe seit der Spätgotik in der Stadt

Steyr. Walcher führt viele Meister an und bildet ihre Siegel ab. Diesen Meistern

 schreibt er zunächst eine Gruppe von Arbeiten zu, die sämtlich in der

Gegend gefunden, respektive erworbenwurden und sich dadurch charakterisieren,

 daß die Umrisse der Zeichnung in den noch weichen Ton eingeritzt und

dann erst mit den Farbglasuren versehen wurden, so daß im Brande ein

Ineinanderfließen der Glasuren verhütet wurde. Allerdings ist diese Technik

nicht allein auf die Stadt Steyr lokalisiert gewesen, auch bei Weiser Arbeiten

konstatiert sie Walcher; in Schlesien wurde sie ausgeübt, und zwar von der

Mitte des XVI. bis zur Mitte des XVIII. Jahrhunderts, wie ein versprengter

Ausläufer dieser Technik aus letzterer Zeit im Görlitzer Museum beweist;

auch der Innsbrucker Meister Christoph Gandtner wandte dieselbe Technik

 bei der Fußbodenplatte einer seiner Figuren im Wiener I-Iofmuseurn an.

Übrigens weicht gerade eines der von Walcher den Steyrer Werkstätten zugeteilten

 Stücke, ein 1550 datierter Teller des Grafen Hans Wilczek mit

einem männlichen und weiblichen Brustbilde, der bereits von Masner im

ersten Band des Jahrbuchs des Schlesischen Museums, Seite 132, abgebildet
            
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