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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 11 und 12)

J"!

den Kernpunkt der fürstlichen

Kunstpiiege beinhalteten, suchen

 müssen.Bei dem fast gänzlichen

 Mangel urkundlicher

Nachrichten über die Schöpfer

der plastischen Ausstattung des

Domes wird nur eine stilkritische

 Untersuchung Klarheit in

diese Frage bringen können.

Eine solche Untersuchung führt

denn auch tatsächlich zu dem

überraschenden Resultat, daß

wir in Waldburger den Meister

der nach denEntwürfen Santino

Solaris: geschaffenen Marmorskulpturen

 (Abb. 14, 15) des

I-Iochaltars des Salzburger Domes

 erblicken rnüssenf": Geradezu

 schlagend ist die Übereinstimmung

 der allegorischen

Figuren der Caritas und Religio

mit den uns bekannten weiblichen

 Figuren Waldburgers.

Es ist frappierend, das nämliche

Gesicht, das wir schon von der

Justitia, von den Figuren des

Altars zu St. Peter, von den

Waldburgerschen Marienstatuen

 zur Genüge kennen, an

diesen Figuren wiederzusehen.

Die Knaben der Caritas tragen _

das für Waldburger eigenartige Mm u" Madjgiilhf"; äesgafgahar d" was"

Lockengeringel, die großen

Engelsgenien der Dachungen zeigen den Typ, den wir an allen gesicherten

Arbeiten des Meisters wiederfanden; auch die Gewandbehandlung entspricht

durchaus der uns bekannten Manier des Meisters. Hier spricht eine Gegenüberstellung

 der Abbildungen für sich allein und macht weitere Ausführungen

 überflüssig. Interessant sind für uns auch die ausgezeichneten

Figuren St. Ruperts und St. Virgils. Auch sie können ihre Herkunft aus

1'" Den Nachweis für die Autorschaft Solaris erbrachte ich in meiner Studie: „Über die Tätigkeit des

Bildhauers Hans Konrad Asper in Salzburg 1615-1625" in den „Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger

Landeskunde", Band LVI. Überdies bringt die „Österreichische Kunsttopographie" XI z, Seite 119, die Nachricht,

daß Hans Waldburger 1626 „aus Anfriemung des Herrn Paumeisters Solari zu einem (nicht mehr erhaltenen)

Tabemagel auf die Gemain (Großgmain) 7 Pildtlein und 2 Frichtkrieg" um 51 Gulden verfertigte, woraus auch

urkundlich Beziehungen Waldburgers zu Solari erhellen.

"K" Gesamtansicht des Hochaltars siehe „Österreichische Kunsttopographie", Band IX, Fig. 35.
            
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