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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 198)

Ueber Bronze-Patinirung.

Die Frage über die Patina und über die Pflege der Bronzedenkmäler

ist in den letzten Wochen bei uns wieder in den Vordergrund des Kunstinteresses

 getreten. Es dürfte somit nicht zwecklos sein, im Folgenden

aus den v-Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des

Gewerbfleißesa in Berlin, r882, I. Heft, jenen Theil des Sitzungsprotokolles

 vom 2. Jänner wiederzugeben, welcher über die Arbeiten der

Patina-Commission berichtet. .

Wir haben nur noch anzuführen, dass diese Cornmission aus Männern

bestand, welche zu den vertrauenswlirdigsten und erfahrensten ihres Faches

gehören. Das Protokoll lautet:

Herr Geh. Reg.-Rath Busse: Meine Herren, nachdem der Verein in seiner Versammlung

 vom 3. Januar vorigen Jahres die Vereinigung der Patina-Comrnission mit der

Abtheilung für Kunst und Kunstgewerbe beschlossen hat, ist der letzteren der Auftrag

geworden, über den Stand der Arbeiten Bericht zu erstatten.

Es sind etwa neunzehn Jahre verfiossen, seit auf Anregung des verewigten Professors

 Magnus der Verein eine Commission ernannte zur Ermittelung der Bedingungen,

unter welchen die Bronze sich mit einer grünen Patina bedeckt.

Diese Cotnmission wurde gebildet aus den Mitgliedern der Abtheilung für Physik

und Chemie, welchen Mitglieder der Kunst und verwandten Techniken hinzutraten. Dieselbe

 begann ihre Arbeiten in einer Sitzung am 27. Januar 1863 und fasste den Beschluss:

Zunächst die Zusammensetzung von einer Anzahl Bronzen, welche theils

dem Alterthum, theils der neueren Zeit angehören und eine schone Patina

zeigen, durch chemische Analysen zu ermitteln.

Wenn sich hiernach, wie erwartet wurde, eine bestimmte Zusammensetzung der

Bronze als für die Patinabildung am geeignetsten ergeben sollte, so wollte man mehrere

Gegenstände in dieser Bronze herstellen und demnächst an verschiedenen Orten aufstellen

lassen, um den Einßuss zu beobachten, welchen der Aufstellungsort auf die Patinabildung

 ausübe.

' Schon im Jahre 1864 wurden die Analysen von verschiedenen Bronzen, die eine

schöne Patina besitzen, dem Verein rnitgetheilt (man sehe die Verhandlungen von 1864,

Seite 27 u. E). Die Untersuchungen ergaben eine sehr verschiedene Zusammensetzung

der Bronzen, so dass als Ergebniss derselben die für die ferneren Beobachtungen wichtige

Ueberzeugung gewonnen wurde, vdass Bronzen von verschiedenster Zusammensetzung

eine schone grüne Patina annehmen konnenn.

Urn den Einfluss zu ermitteln, welchen der Ort der Aufstellung auf die Bildung

der Patina ausübt, wurden noch in demselben Jahre zwei ganz gleiche Büsten aus dernselben

 Tiegel gegossen und in dem Garten des Prinzessinnenpalais, in der unmittelbaren

Nahe des damals noch unbedeckten Festungsgrabens aufgestellt. Eine derselben wurde

täglich mit Wasser bespritzt und monatlich einmal mit Knochenöl abgerieben, während

die andere nicht gereinigt wurde. Ueber die Beschaffenheit der Büsten nach einer viermonatlichen

 Aufstellung gibt der Bericht der Commission vom z. December 1864 (siehe

die Verhandlungen 1864, Seite zyi) Auskunft. Die stets gereinigte Büste erschien gleichmäßig

 dunkelgrün, während die andere mehr die Farbe der ciselirten Bronzen beibehalten

hatte, nur viel dunkler geworden war. Dabei sah diese Büste stumpf und fleckig aus,

auch hatte das Wasser da, wo es vom Kopf herabgedossen war, dunkle Streifen auf

Brust und Schultern hinterlassen. '

Zur weiteren Ausdehnung dieser Versuche wurden 1866 noch zwei ganz gleiche

Büsten beschafft und an derselben Stelle aufgestellt, von denen die eine zweimal im Jahre

gereinigt und darauf mit Olivenöl abgerieben werden, die andere aber unberührt bleiben

sollte. Bei einer Besichtigung dieser Versuchsgegenstande fand sich die Oberfläche beider

Büsten mit kleinen, erbsgroßen Flecken ganz bedeckt, die sich durch Reiben nicht entfernen

 ließen. Man glaubte anfangs den Grund dieser Erscheinung in der Beschaffenheit

der Bronze finden zu sollen, entschied sich aber später für die Annahme, dass die Flecken

von einer Flüssigkeit, wahrscheinlich vom Regen, herrührten. BetreEs der Behandlung

dieser Büsten wurde nun angeordnet, dass beide täglich mit Wasser gereinigt und außerl

dem halbjährlich mit Oel abgerieben werden sollten.

Das Abreiben mit Oel sollte stets in Gegenwart eines Mitgliedes der Comrnission

erfolgen, um sicher zu sein, dass das aufgebrachte Oel auch vollstlndig wieder abgewischt
            
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