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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVIII (1883 / 216)

sollte daher nebst der Geschichte der einzelnen Ofticinen und ihrer Thätigkeit, sowie des

jeweiligen Standpunlttes in der Technik der Typographie, auch ein Spiegel des literarischen

 Lebens und dessen Strömungen in Wien seit der Einführung der Buchdruckerkunst

 daselbst werden, soweit die Wiener OfI-icinen daran betheiligt erscheinen.

Das Werk, welches der Feier zur 4oojahr. Einführung der Buchdruckerkunst in

Wien im Jahre x88: seinen Anstoß verdankt, ist durch den Buchdrucker Fr. Jasper

typographisch rnusterhaft ausgestattet. Der ernte Band umfasst 404 Seiten in Quarto, ist

mit Illustrationen reich geschmückt und mit Registern versehen. Kein Bibliophile, keine

größere Bibliothek kann Mayer's Werk entbehren. Der zweite Band befindet sich unter

der Presse. E.

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- (-Geschlechter-Buch der Wiener IErbbürger. Ratsverwandten

und Wappengenossennx Von Dr. Ernst Edler von Hartmann-Franzenshuld.)

Von diesem für die Geschichte Wiens hochwichtigen Prachtwerke ist soeben die zweite

Lieferung ausgegeben worden, so dass nun die Buchstaben A und B (mit loo Illustrationen

 im Text und 2 Kunstblattern) abgeschlossen vorliegen. In der zweiten Lieferung

sind u. A. von ganz besonderem Interesse die Biographien des Dichters Michel Behairn

(bekannt durch sein rBuch von den Wienernn), der Brüder Johann Jacob und Tobias

Bock (der Verfertiger des Hochaltares "von St. Stefan) und der Buchhändlerfatnilie

Braumüller. Es steht zu wünschen, dass dieses sowohl hinsichtlich des Textes als

auch der künstlerischen Ausstattung hochverdienstliche Werk sich immer regerer Theilnahme

 erfreue und dadurch auch ein rascheres Erscheinen der einzelnen Lieferungen

ermöglicht werde.

x

- Vom l. Oetober d. J. ab erscheint in Leipzig im Verlage von Herrn. Hucke

eine von Geo. J. Bruck redigirre xleitschrift für Kunst- und Antiquitätensammlen-

 Rein ästhetische, sowie speciell fachwissenschaftliche (numismatische, heraldisch-genealogisch-sphragistische)

 Fragen aus dem Spiele lassend, will diese Zeitschrift

dem Sammler zuverlässiger Führer und unparteiischer Berather sein, ihm alles Wissenswerthe

 oder ihn Interessirende aus dem Gebiete des Kunstlebens in concentrirler Form

bringen, will sie ihn mit den zahllosen, in Deutschland zerstreuten und bisher wenig

oder gar nicht beachteten Kunstschätzen unserer Vorzeit bekannt machen, auf dem Kunstmarkte

 orientirt halten, endlich im Interesse aller Sammlungen offenen Kampf gegen die

zahlreichen Falscher und Fälschungen vornehmen, die den deutschen Kunstmarkt unsicher

 machen.

ß

- Die Festausgabe des Kataloges der k.National-Galerie zu Berlin,

von Dr. Max Jordan, versehen mit fünfzig Illustrationen, ist nach mehr als Einer Richtung

 eine bernerkenswerthe Erscheinung, welche unsere Anerkennung verdient, abgesehen

davon, dass sie auch,_was Buchausstattung betriEt, ganz mnsterhaft ist. Die Illustrationen

sind aus der Kunstgewerbeschule zu Leipzig, welche von Herrn L. Nieper geleitet wird,

hervorgegangen. Galerie-Director Jordan, befriedigt von den Federzeiehnungen der Schüler

dieses Institutes, übergab die Leitung der Illustrationen des Festkataloges dem Herrn

Director Nieper. Eine fast unüberwindliche Schwierigkeit lag darin, dass fertige Kunstwerke,

 eine Galerie von Mannigfaltigkeiten schwer zu einem einheitlichen, harmonischen

Ganzen zu verarbeiten sind; die Losung ist - Dank Nieper's unermüdlicher Thatigkeit -

gelungen, und gereicht der Schule und Leipzig zur Ehre. Herr Nieper hat vollständig

recht, auf die Illustrationskunste in seiner Schule ein Hauptgewicht zu legen, denn

Leipzig ist doch, trotzdem dass Berlin, Stuttgart, München sich bemühen, die Illustrationstechnikzu

 concentriren, die Metropole des Buchhandels, des Buchdruckes und der

graphischen Künste.

In Leipzig sind die meisten der in den letzten So Jahren erschienenen illustrirten

Werke ausgeführt worden. Die Zahl der bei 33 Verlegern seit 1850 in Leipzig erschienenen

 illustrirten Werke, von denen die wenigsten in einer historischen Darstellung der

Entwicklungsgeschichte der graphischen Künste fehlen durften, betragt fast 4.00, und enthalten

 diese Werke Illustrationen nach Originalen von Chodowiecky, Carstens, Cornelius,

Overbeck, Schwind, Schnorr v. Carolsfeld, Rethel, Ludw. Richter, Genelli, Preller, Bendemann,

 Jaeger, Steinle, Strahuber und vor Allem Joseph Ritter v. Führich - der

jüngeren Meister Grosse, Adam, v. Ramberg, Friedrich, Makart, Hofmann, Schwoerer,

Spieß u. A. m. zu geschweigen. Hierzu kommen dann noch die Galeriewerke von Cassel,

Braunschweig, Frankfurt," 40 Jahrgänge der Leipziger illustrirten Zeitung, Gartenlaube,

Daheim, sowie viele illustrirte wissenschaftliche Werke.

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