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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1888 / 8)

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folgend - zu dem für den Maiolika -Altar so charakteristischen Umkränzungsmotiv

 vielfach zurückzukehren.

Einige Hauptbeispiele der einen und der anderen Gattung. Im

D o rn v o n A r e z z 0 außer dem bereits angeführten Altar mit

Christus am Kreuze von Andrea: eine Mad onna von zwei Heiligen

verehrt (gleichfalls von Andrea); eine Madonna mit Heiligen

(farbig, von Giovanni). In dem Kloster Alvernia (oder Verna)

eine Reihe von ganz vorzüglichen Altären des Meisters Andrea:

eine Verkündigung, eine Anbetung des Kindes, eine Madonna

 della Cintola, eine Kreuzigung und (etwas geringer)

eine Himmelfahrt Christi. In Assisi, Kirche S. Maria

degli Angeli: Schönes Triptychon von Andrea - Krönung

Mariä in der Mitte, Stigmatisirung des heil. Franciscus links, Hieronymus

 sich kasteiend rechts. In der fein durchgebildeten Predelle:

 Verkündigung, Presepio, drei Könige. In Florenz, S.

Croce (Capp. Pulci). Altar mit der thronenden Madonna zwischen

Heiligen von Giovanni, von hoher Lieblichkeit der Gestalten.

Ein eigenartiger Wandaltar, völlig tabernakelartig (wohl von

Giovanni della Robbia) -- im Museo Nationale zu Florenz

- wäre hier besonders zu erwähnen. Es ist ein Weihnachts-Krippenbild

 mit der Hütte, den Hirten, den gloriasingenden

Engeln, ganz obenauf - etwas bornirt-altväterlich - Gottvater

in einem Cirkelnimbus. Das Ganze ist lediglich von einem bogenförmigen

 Blätterkranze mit Pinienzapfen und eingesteckten hellen

Blüthen umrahmt - ohne jede architektonische Randgliederung.

In der sehr niedrigen Predelle spielt sich die Adoration der drei

Könige ab. Höchst merkwürdig ist aber dies, dass um den Kranzrahmen

 des Bildes sich eine ganze Gefolgschaft von Engeln jeder

Art als lebender Kranz hinanzieht: unten jünglinghaft schöne,

reichcostumirte, kniende Engel mit bunten Flügeln, welche die

Weihegeschenke der Magier tragen; weiter aufwärts Cherubine,

dann am oberen Bogenrande musicirende Engel von großer Anmuth.

Ein reizendes Motiv der in die Wand eingefügten Kleinarchitekur,

dem Altarschema verwandt, tritt gleichfalls in's Bereich der Majolikakunst;

 das Ciborium oder Comunicatorio. Zunächst ist dasselbe

eine Marmoraufgabe, wie diese z. B. Mino da Fiesole in S. Croce zu

Florenz so classisch edel gelöst hat: ein zierliches, architektonischplastisches

 Schmuckstück, das zur Einfassung der Kelchnische dienen soll.

Ganz außerordentlich schön hat Meister Andrea das Ciborium-Motiv in

die Ausdrucksmittel seiner Kunstweise zu übersetzen gewusst: wir sehen

dies an dem Kelch-Tabernakel der Kirche SS. Apostoli in

Florenz. Wie anmutbig sind da die Engel, welche beiderseits den Vorhang

 zurückschieben!
            
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