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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 195)

land mit einem Cimiterio gesorgt, der sich mit Recht eines großen Rufes

erfreut, während der Wiener allgemeine Friedhof baulich wenig geglückt,

wohl auch kaum den Bildhauern jene Förderung verschaifen wird, wie

es in Mailand und München der Fall ist.

Obgleich die Mailänder Ausstellung wesentlich nur von Oberitalien

beschickt wurde, so ist sie doch auch, was ihr Titel bezeugt, als gesa-mmtitalienische

 zu betrachten. Auf vielen Gebieten, speciell kunstgewerblichen

haben sich Venedig und Florenz in hervorragender Weise an dieser Ausstellung

 betheiligt. Ueber Anregung des italienischen Unterrichtsministeriums

nahmen ein großer Theil von Schulen an dieser Ausstellung theill). Es

haben daher auch auswärtige Schulfreunde in Mailand Gelegenheit gehabt,

sich über die Bewegungen des gewerblichen Unterrichtes in Italien einigermaßen

 zu orientiren.

Mit dieser Ausstellung war auch zugleich eine Kunstausstellung

verbunden, welche die Mailänder Kunst zu vertreten berufen war und auf

dem Gebiete der Sculptur außerordentlich reich beschickt war, was Niemand

Wunder nehmen kann, der weiss, dass seit Jahrhunderten Mailand ein

Mittelpunkt fiinBildhauerei, namentlich für Marmorarbeiten gewesen ist.

Dennoch macht die Kunstausstellung keinen so erfreulichen Eindruck, als

die Industrie-Ausstellung. Auf dem Gebiet der Malerei kommen Talente

ersten Ranges nicht zur Erscheinung. Die großen idealen Zielpunkte,

welche einst die italienische Malerei in Mailand gehabt hat in der Zeit,

in welcher Ambrogio Borgognone, Zenale und vor Allem Lionardu da Vinci

sie beherrscht haben, sind vollständig verschwunden. Nichts erinnert in der

heutigen Malerei daran, dass es in Mailand einmal eine Malerei in großem

Style gegeben hat. Die Malerei ist hyperrnodern und in gewissem Sinn

oberflächlich bis zum Excess. Die Sculptur entwickelt eine virtuose Geschicklichkeit.

 Es gibt wohl keine Schwierigkeiten in der Marmortechnik, vor

welchen die Mailänder Bildhauer zurückschrecken würden. Aber eben

deswegen, weil die Bildhauer glauben, Alles ausführen zu können, so

halten sie sichfftir berechtigt, auch das auszuführen, was allen Principien

der Plastik widerspricht. Seit Canova hat die Mailänder Plastik keine

Fortschritte gemacht. Die große Bronzestatue Napoleuns I. von Canova

im Hofe der Brera ist bei Weitem das Vollendetste, was man von neuerer

italienischer Plastik in Mailand sehen kann. Es überragt an Kopfeslänge

das Lionardo-Monument des Bildhauers Ant. Magni und das Velalsche

Cavour-Denkmal.

Um nun speciell aul die Industrie-Ausstellung zurückzukommen, so

scheint es mir, dass der industrielle und der commercielle Fortschritt ungleich

 bedeutender isl. als der rein künstlerische und kunstgewerbliche. Der

Fortschritt in der gewerblichen Bewegung Italiens ist unleugbar; er ist

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')'Wir helfen noch Anlass zu haben, auf diesen Theil der Ausstellung zurndx-Jüknmmen.

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