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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1870 / 58)

ist die ehrsame Goldschmiedzunft abgestorben; Endesgefertigter bleibt

allein noch."

Guss- und Schmiedparbeit,

hauptsächlich in Glocken und Gittern vertreten, hatte einen hohen Grad

von Kunstfertigkeit erreicht. Sagenhafte Traditionen sprechen schon sehr

früh von Glocken, doch sind erwiesenermassen jene von Izgeny von 1252,

Klosdorf von 1300, ein Glöckchen in Kaisd von Bronzeblech geschmiedet

aus dem 13. Jahrhundert, Rätsch um 1400, Marienburg 1402, Bonesdorf

1477, Meschen 1548, Gross-Kopisch 1550, Trapold 1554; Namen von

Giessern sind erhalten: 1411 in Schässburg Jacobus fusor campanarum,

1576 Georg Leliler und 1647 Johann Mottko in Hermannstadt. Ebern

gegossene Taufbecken finden wir in dieser Stadt, Alzen, Kleinsehelken,

Denndorf. Das erstere, von 1438, fertigte Meister Leonard; das schönste

besitzt Schässburg (1428 oder 1429) von jenem gen. Jaccbus, dem vielleicht

 das Denndorfer mit seinem zierlichen Blumenornament gleichfalls

zuzuschreiben. Das erwähnte Sseramenthäuschen daselbst umgibt ein

fein durehbrcchenes Gitter von Eisen, Zinn und Blei.

Ueber Thonwaaren und Verwandtes wissen wir nichts näheres

beizubringen, als dass diese Industrie gleichfalls in Betrieb war, wie z. B.

noch mehrere Thürme in geometrischen Figuren mit glasirten Ziegeln

gedeckt sind; auch betreffs der Glashereitung fehlt jede Kunde. Wir

schliessen mit einigen Notizen über

T e x t i l e s.

Die Leinweber, welche in Hermannstadt zünftig waren, erscheinen

bereits in jener frühesten Zunftordnung 1376 und erhielten 1418 hier ihre

ersten verderblichen Privilegien gegen Nichtzünftige, welche, später der

stete Zankapfel, endlich beide Parteien schwächten und von erfreulicher

Blüthe zu gemeinschaftlicher Unbedeutendheit herabbrachten. Frühzeitig

nämlich regte sich schon in der gesammten Bevölkerung, namentlich auf

dem Lande, Liebe und Eifer fir diese Thätigkeit, welche somit bestimmt

scheint, ein Nationalgewerbe zu werden; doch duldet der städtische Zunftgeist

 keine Concurrenz. Anfangs, als sellist städtische Zünfte erst allmählich

 sich bildeten (Burgberg, Kronstadt, Grossschenern 1487), ist

diese Opposition noch gering, bald aber sammeln sich Seiler, die Landweber,

 die Frauen, welche selbstständig Weben fertigten, die Kronstädter

und Wurzland-Weber als unversöhnliche Feinde der Hermannstädter.

Die Universität nimmt sich anfangs der berechtigten Zünftler eifrig an

und trifft Bestimmungen zu ihrem Schutze, andrerseits aber auch solche,"

welche die Qualität der Zunftwaare reguliren sollten, dehnt dieselben 1517

auch auf die Bistrizer Weber aus, vermag aber den Streitigkeiten kein

Ziel zu setzen. Die Unzünftigen vermehren sich allerorten und zwar den

erneuten Anikelbestätigimgen der Zünfte zum Trotz (1536), bis sie es

1589 bei der Universität durchsetzen, dass Dorfweber, etwa in der Weise
            
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