Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1872 / 81)

Ausstellung eintreten, und doch 2. alle Besonderheiten der Schulen und

berechtigten Einzelleistungen von Lehrerinnen und Schülerinnen zur vollen

Geltung kommen.

Die Ausstellung der weiblichen Hausindustrie. Unter weiblicher

 Hausindustrie wird nicht das verstanden, was das Weib im Hause

arbeitet; es ist damit jene Industrie gemeint, welche nicht in grossen Fabrikslocalen,

 sondern als nationale Hausarbeit im Hause und nicht für

den Verkauf auf dem Weltmarkte betrieben wird.

_ Solche Industrie hat einen volksthümlichen Charakter und kömmt

dort vor, wo traditionell gewisse Zweige der Industrie noch von der

ganzen Bevölkerungausgelibt werden, als da sind:

a) Die Webe- und Stickarbeit der rumänischen Landbevölkerung weiblichen

 Geschlechtes in der Bukowina, eines Theiles der Landbevölkerung

 Galiziens;

b) die Arbeit der Weiber in der ehemaligen Militärgrenze von Slavonien

l und Croatien;

c) die Strohüecbtarbeit der Weiber in Pirano und in Istrien.

Diese weiblichen Handarbeiten sind nur beispielsweise aufgeführt

und sind den betreffenden Commissionen sozusagen nur als Fingerzeige

gegeben, um nachzuforschen, in welchen Gegenden sich noch derlei Arbeiten

 von weiblicher Hausindustrie befinden.

Bei dieser Abtheilung handelt es sich selbstverständlich nicht um

die Vollständigkeit der Individuen, sondern um die Darstellung der ganzen

Gattung, des Umfanges der verschiedenen Arten (verschiedenen Weisen

der Ornamentik oder Technik) zur Geltung und deutlichen Anschauung

zu bringen.

Von einer ganz eminenten Bedeutung ist die Ausstellung der

Frauenarbeiten auf industriellem Gebiete.

Es umfasst diese Abtheilung zwei verschiedene Gattungen weiblicher

Arbeiten: jene Arbeiten, bei denen Frauenhände im Sinne der modernen

Industrie als Lohnarbeit mitwirkend thätig sind, und die Arbeiten von

Dilettantinnen.

In die zuerst bezeichneten Kategorien gehören: Alle Arten von

Fabriks-Productionen, bei denen Frauen verwendet werden, als: Blumenfabrication,

 Weiss- und Buntstickerei, Klöppelei; die Thätigkeit von

Frauen bei Arbeiten in Papier, in der Weberei u. s. f.

In die zweite Reihe, Arbeiten von Dilettantinnen, gehören alle Arten

von Frauenarbeiten, gleichgiltig, ob die Frauen den vornehmen oder den

niederen Ständen angehören, wenn nur die Arbeiten aus Liebhaberei,

nicht ausschliesslich des Erwerbes wegen, gemacht werden.

Auf die Durchführung dieser ganzen Abtheilung ist das grösste

Gewicht zu legen, denn dieselbe bildet gewissermassen den Regulator

für die industrielle Frauenarbeit der Zukunft.

Es werden daher sofort hervorragende und intelligente Vertreter der

8.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.