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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 91)

In dieser Epoche kommt nun eine bodenständige

 Entwicklung zum Zug: das Steinmetzhandwerk

 blüht auf. Als eine der

ersten entstand die St. Margarethner Steinmetzenzunft

 1653, von 27 Meistern gegründet,

 ein ferner „Vorläufer" des Symposions

 der Bildhauer im berühmten Steinbruch.

 Eine lebhafte künstlerische Tätigkeit

 (im Verein mit verschiedenen religiösen

 Bewegungen, z. B. dem Sebastianikult

 usw.) beschenkte das Land mit Bildstöcken,

 Dreifaltigkeitssäulen, Madonnen,

Pestsäulen, schönen steinernen Altären (so

jene von Elias Hügel), mit der steinernen

Kanzel von St. Margarethen usw. Aber

auch die Bürgerhäuser begannen sich

immer mehr zu schmücken. Die Steinbrüche

 von Kaisersteinbruch, Breitenbrunn

(von dort stammt der Stein der Pilgramkanzel),

 Oslip, Loretto wurden zu künstlerischen

 Reizzentren, in der Entfernung

von ihnen nehmen die Denkmale ab. 7

Bezeichnend für diesen Landstrich ist, daß

häufig schöne, großartige Barockaltäre

ihren Standort wechselten; das ist teils

darin begründet, daß sie öfter als anderswo

in Flammen aufgingen.

Unikate sind das Schloß Deutschkreutz,

Verschmelzung aus Bauernhaus und Grenzfestung,

 das Eisenstädter Ghetto, der Oberberger

 Kalvarienberg, die Kittinge, die

evangelischen Toleranzkirchen, ja es scheint,

als sei im Burgenland nur die singuläre

Erscheinung möglich; das gilt für die Stadt

Rust, die sich freikaufte, ebenso wie für

Halbturn, wo ein Barockschloß in der

Kombination Lukas von Hildebrandt mit

Anton Maulpertsch darauf wartet, bekannt

zu werden. Gewiß hing das Land jahrhundertelang

 zwischen den Mächten, vernachlässigt,

 ausgebeutet, um Unabhängigkeit

 kämpfend, aber es scheint, daß hier

Diskontinuität zur schöpferischen Kontinuität

 wurde. Und das Gesetz der „Verzahnung"

 reicht bis zur unglücklichen

Grenzziehung am Pinkaboden l9Z1f22.



12 Marinsdorf, gotische Pfarrkirche (Mariä Himmelfahrt)

in der typisch südburgenlündiscltcr: Lrmdschrifl. Erbaut

gegen 14m

1a Dorfsiralle im Burgenland mit der typischen StaiTclung

der Häuser
            
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