Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XXIII (1978 / Heft 157)

PQ Für den Kunstsammler



Wiener Kunst- und Antiquitätenmesse

 - Frühjahr 1978

Struktur im Kunst- und Antiquitätenhandel



Kaum ein Tag, kaum ein Wochenende, an dern in den

großen Städten in Europa, in London, Köln, Paris,

Wien usw., nicht eine Kunstauktion stattfindet. Der

Einzelhandel sieht sich gezwungen. um seine Wettbewerbschancen

 zu wahren, gemeinsame Anstrengungen

zu unternehmen. Die Plattform dafür ist die Kunstmesse.

Die Messe bedeutet eine gezielte Gemeinschaftsform,

dem Konsumenten die Vorteile der Einzelfirmen aufzuzeigen.

 Die meisten liegen in der größeren Anpassungsfähigkeit,

 in der individuellen Beratungstätigkeit und

in der persönlichen Sicherheit.

Dem einzelnen Kaufmann ist es heute nicht mehr moglich,

 eine effiziente Einzelwerbung zu starten. Diese

würde seine finanziellen Möglichkeiten bei weitem

übersteigen. in der Gemeinschaftswerbung, und eine

Verkaufsmesse ist eine solche, erzielt sein Beitrag

mit wenig Geld viel Erfolg.

Eine permanente Prasenz auf dem Markt erfordert

gezielte. regelmäßig wiederkehrende Aktionen. Auf

der uberbetrieblichen Ebene der Messe kann dieses

Problem leichter gelöst werden. Daher sind heute die

Kunstmessen eine absolute wirtschaftliche Notwendigkeit

- auch in ihrer scheinbaren Überzahl . . .

In Österreich an fuhrender Stelle die beiden Wiener

Veranstaltungen im spaten Frühjahr bzw. die neu hinzukommende

 Herbstmesse im November sowie die nun

wichtige Salzburger Messe und die Schau in Innsbruck,

die mehr lokalen Charakter besitzt.

Wohl bringen Großveranstaltungen Nachteile für den

Händler, der einer solchen Veranstaltung negativ gegenubersteht

 oder sich von ihr ausschließt. Ausgeschlossen

aus dem Ausstellerkreis bedeutet aufgrund mangelnder

Bereitschaft für Kooperation und Leistungsfähigkeit

geringere Aufmerksamkeits- und Erinnerungswirkung

durch das Publikum.

Darüber hinaus vergleicht der Aussteller ebenso wie

der Käufer auf so einer Veranstaltung besser die Preisentwicklung.

 Bedauerlicherweise stellt sich bei dem

Nichtteilnehmer eine falsche Preisentwicklung ein

- denn eingeengt durch einen kleineren Geschäftsberizont

 kommt es in der Regel bei ihm zu einer Überbewertung

 der Ware. Dabei übersieht er. daß er längerfristig

sich selbst eine wichtige Einkaufsquelle zerstört. den

Handel mit der Kollegenschaft.

Der regelmäßige Warenaustausch im Kunsteinzelhandel

bildet in iedem guten Geschäft eine wesentliche Große

des Gesamtumsatzes. Trifft doch die Lexikondefinition

so genau zu: "Handel ist gleich Veränderung der Ware

nach Ort und Zeit-Der

 betriebsame und heute erfolgreiche Händler sucht

verstreutes Kunstgut. das für seinen Handelsort Bedeutung

 hat, auf dem ganzen Kontinent.

Es ist bezeichnend. daß im wesentlichen lokale Erzeugnisse

 europäischer Kunst und Kunstgewerbe am Ort

ihres Entstehens die besten Preise erzielen. So werden

Wiener Porzellan auf Wiener Boden, deutsches Silber

in der Bundesrepublik Deutschland oder französische

Möbel in Frankreich am besten bezahlt. Ausnahmen

sind Objekte von internationalem Rang.

Kaum eine andere Verkaufsgruppe ist mit ihrem individuellen

 Kundenkreis so eng verknüpft wie unsere Branche.

Eine ausschließliche Orientierung auf Lauf- und Zufallskundschaft

 ohne das Abstützen auf einen fundierten

Kundenstock - mit gewiß natürlicher Fluktuation -

birgt gerade in der heutigen Zeit große Nachteile in

sich. So ein Einzelunternehmen ist auf lange Sicht

zum Absterben verurteilt.

Gerade die richtige Betreuung der Stammkundschaft

erweist sich als richtiges Fundament eines gesunden

Unternehmens. Auf der Messe wird der Konsument.

als Kenner. als Vertreter der Museen oder als latenter

Käufer auftretend. richtig angesprochen. Auf diesem

Forum findet ein wichtiger Gedankenaustausch zum

Vorteil beider, des Sammlers und des Händlers. statt.

So beschränkt sich der Austausch nie auf den Verkauf

allein. Der Einkauf und Tausch spielen eine wesentliche

Ftolle. Der Messehändler kann sich besser auf die sich

ständig ändernden Kundenwünsche einstellen. Seine

stärkere Liquidität verschafft ihm weitgespanntere

Einkaufsmöglichkeiten. Die strengere Auslese. das

ständige Bemühen um neue, u bekannte Ware muß

der Aussteller wohl allein bewä gen, bewirkt aber

das steigende Interesse des Sammlers.

Der Kautwunsch wird auf der Messe ungleich stärker

stimuliert, da er sich von einer großen Kaufkonkurrenz

umgeben sieht. hat aber gegenüber einer Auktion dennoch

 mehr Ruhe und Zeit und begeht nicht den Fehler.

Überpreise zu bezahlen. wie zuletzt auf einer Wiener

Bilderauktion, bei der für Gemälde mehr als das Doppelte

 bezahlt wurde. als auf der Messe angeboten (ff).

44

1 Hl. Georg mit Drachen, um 1350.

Lindenhoiz, Fassung größtenteils original;

Höhe ohne Lanze ca. 90 cm

Otto Buchinger - lnh. Pohlmann, Antiquitäten,

A-4020 Linz, Bethlehemstraße 5

2 Renaissance-Relief, Porträt der Juliana, n

Frau des Georg Cappetani von DürnsteinlNO

Friedrich Hugenauer (oder Werkstatt)

Augsburg, 16.Jahrhundert. Maße 15 x 15 cm

Reinhold Hofstätter, Kunst und Kunstgewerbe

A-1010Wien1,Dorotheergasse15und Bräunerstraße 12

3 Hl. Margarethe, lle de France, Anfang 16.Jahrhundert

Spuren einer Polychrom-Fassung, Höhe 117 cm

Savonnieres-Stein, ehem. Sammlung l. Salavin, Paris

Galerie St. Raphael, Antiquitätenhandel Ges. m. b. H.

A-1010 Wien 1, Dorotheergasse 12

4 Kleinplastik, Nürnberg, 16.Jahrhundert

Landsknecht, Höhe (ohne Sockel) 16,5 cm

Wolfgang A. Siedler, Skulpturen und Kleinkunst

A-101O Wien 1, Spiegelgasse 3

5 Jan Miense Molenaer(Haarlem um 1610-1668)

Die kleine Blumenverkauterin, Holz 31:21,5 cm

Galerie Sanct Lucas, Gemälde alter Meister

A-1010 Wien 1, Josefsplatz 5IPalais Pallavicini

6 Roeland Rogham (um 1820-1686 Amsterdam)

ÖlILeinwand, 70 x 90 crn - Gutachten Dr. W. Bernt

Kunslgalerie Dr. Tomasz Metlewicz

Gemälde alter Meister

A-1010 Wien 1, Seilergasse 14

7 Jesuskind mit Blumenkranz, ÖlILeinwand

Italienisch 17.Jahrhundert, 93 x 80 cm

Bert Winter, Kunsthandel - Antiquitäten

A-3601 Dürnstein - Wachau

8 Hl. Maria lmmaculata, Süddeutsch, um 1720

Originale Fassung, Gesamthöhe 38 cm

Hofgalerie Dr. Wolfgang Hofstätter

A-1010 Wien 1, Spiegelgasse 14

9 Spieltisch, Süddeutsch, Mitte 18.Jahrhundert,

reich mit Edelhölzern und Bein eingelegt,

Platte doppelseitig, 102 x 58 cm, Höhe 73 cm

Friedrich Kratschmann, Antiquitäten

A-1010 Wien 1, Spiegelgasse 15

10 Ein Paar Medaillon-Fauteuils mit Tapisserie

Louis XVI., Paris, Maße 63:50:41 cm, Lehnenhohe 97 cm

Aubusson-TapisserieBezug aus dem 16.Jahrhundert

Galerie L.T. Neumann

ehem. K. u. K. Hof-Kunsthandlung

A-1010 Wien 1, Kohlmarkt11IEcke Michaelerplatz

11 Adolf Theer (Johannisburg 1811-1888 Wien)

Junge Dame mit Pelzstola, signiert und 1844 datiert

Miniatur 11,5 x 9,2 crn

Czeslaw Bednarczyk, Kunst und Antiquitäten

A-1010 Wien 1, Dorotheergasse 12

12 Josef Heu (Marburg 1876)

Schäferhund, Bronze, signiert; H 30 cm, L 56 cm

Kunstsalon Mag. Peter Kovacek,

Österreichische Kunst des 20. Jahrhunderts

und antike Möbel

A-1010 Wien 1, Stal lburggasse 2

13 Fleni Schaschl i Wiener Werkstätte, um 191 7115

Allegorien der Erde und des Wassers, Keramik,

bunt glasiert, Höhe ie 41,5 crn und 43 cm

Marke hWWu, 61 bzw. 72 (s. Ausstellungskalalog

,DieWiener Werkstätte, 1967, Kat. Nr. 266)

Galerie Krugerstraße 12IDr. Herbert Giese

A-1010 Wien 1, Krugerstraße 12

14 F. Reichart

wAus Dürnstein an der Donau", sign. F. Fleichart,

ÖlILeinwand 49 x 35 cm (Nachlaßversteigerung des

Landschaftsmalers Carl Haunold bei Ed. Hirschler E.

Co., Wien 3.12.1912)

Ernst Mehringer - Kunst- und Antiquitätenhandel

3620 SpitzJDonauINÖ, Marktstraße 13

15 Beate Kuhn nschwarz-weiß- 1977. Steinzeug bei

1240" oxydierend gebrannt, H 34 cm, L51 cm

Galerie am Grabenllnge Asenbaum Ges. m. b. H.

Kunst des Zwanzigslen Jahrhunderts

A-1010Wien 1, Graben 7

16 Ingeborg Strobl, Arrangement, 1975

Galerie Kunst-Kontakte

A-1010Wien, Ruprechtsplatz

Bildfolge 1-16

13
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.