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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst X (1965 / Heft 83)

sazers (Dan. 5,17). - Oben steht: „So seyd

nun mäßig und nüchtern. I. Petr. IV. 8."

Auch diese Allegorie ist - ohne Emblem und

Danielgeschichte - getreu dem Stich in die

plastische Form umgesetzt worden. Der

Bewegungsrhytlunus wurde zur Aktion gesteigert:

 der Schritt nach vorn ist größer,

die Hand mit dem Kelch ist vorgestreckt, das

Gewand wird dabei in langen Faltenbahnen

und -kurven nach vorn gezogen. Der Krug

im linken Arm und der Kelch haben eine

andere, schwerere Form.

Kennzeichen der Allegorie der Gütigkeit sind

ein Füllhorn mit Früchten und Früchte in

ihren Händen, ein Brunnen am Felsen, denn

„Ihr thun ist einem Brunnen gleich I Je mehr

man schöpft, je mehr er quillet", eine offene

Mohnkapsel im Emblem, darüber der Spruch:

„Alle Zeit zur Gab bereit." Abraham und

Isaak beim Abschied ist die alttestamentliche

Darstellung. Die Bibelworte lauten: „Wol zu

thun und mit zutheilen veruesser nicht,

Engelbrechts Allegorie des „Fleißes" stimmt

im wesentlichen mit Ripas Diligenza überein:

sie hat einen Thymianzweig, um den Bienen

_ bei Ripa nur eine Biene - schwirren, in

der erhobenen linken Hand, einen Mandelzweig

 in der rechten. Diese liegt auf einem

Stundenglas, dem Attribut sowohl der Sollecitudine

 wie der Assiduita Ripas. Einen Hahn,

der hier Körner aufliest, erwähnt Ripa in

mehreren Varianten seines „Fleißes". Der

Sporn und die Ameisen, auf einem Erdwall

und am Boden, sind Engelbrechts Erfindungen,

deren Symbolik verständlich ist. Eine Erfindung

 Engelbrechts ist wohl auch das Emblem.

Es zeigt, als Lohn des Fleißes, einen Lorbeerkranz

 in einer Hand in den Wolken über einer

Ansammlung von Werkzeugen, Symbolen

fleißiger Arbeit. Das Gleichnis entstammt als

einziges dem Neuen Testament: Jesus bei

Maria und Martha (joh. 12, 1-3). Oben

stehen die Worte: „Fleisige Hand macht

rrirh, Prnv, Y R"

Die Allegorien der Laster sind reicher mi

Attributen ausgestattet als die Allegorien de

Tugenden. Den verheerenden Wirkungen de:

Lasters auf die Persönlichkeit des Menscher

ist nachgespürt. Das Mienenspiel und dia

Gebärden sind ausdrucksvoller. Der Zustanc

ihrer Kleidung verrät ihren Charakter.

Engelbrechts Allegorie des „Geizes" (Abb. 10,

diente Callots gleichnamige Figur als Vorbild

eine Alte mit ausgemergeltem Gesicht um

lose hängendem Kopftuch, ein Geldbeutel ir

der gleichen Form, nur etwas länger, dir

Truhe mit gewölbtem Deckel, zwei Geld

sicke - bei Engelbrecht nur einer - unr

eine Kröte zu ihren Füßen; der Teufel, übe]

ihr, ist bei Engelbrecht Schmuck der Truhen

wand 17. Engelbrecht fügte außerdem au:

Ripas Avaritia (Ausgabe 1645) den als uner

sattlich und gierig bekannten Wolf hinzu. Die

Schuldscheine in ihrem Schoß, das Herz an de:

Gürtelkette und die Zweige am Boden ließer

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