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Volltext: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 3)

Walter Crane, Tapete „Lilie" 
geschmückteArmband 
anzulegen, das dieselbe 
Erblasserin ehedem 
mit so grosser Freude 
um ihr Handgelenk 
schloss! Der Besitz 
alten Silbers ist sozu- 
sagen guter Ton ge- 
worden, und wem 
eine jünger datirende 
Wohlhabenheit ein 
derartiges Erbe ver- 
sagt hat, der hat sich 
grossentheils, um den 
allzugrellen Glanz sei- 
nes neuen Luxus assi- 
milirend zu dämpfen, 
mit gekauftem alten 
Tafelgeräthodegwenn 
ihm seine Mittel diese 
hohe Ausgabe nicht 
erlaubten, mit mehr 
oder minder treuen 
Copien ausgestattet. 
Auch in Frankreich 
werden trotz aller re- 
publikanischen Egalite 
nach wie vor Fragen, 
die das Gebiet des gu- 
ten Tones betreffen, 
nach dem Vorbilde 
jener Kreise gelöst, die 
ihn ererbt haben, die 
ihm ihr gekröntes Sie- 
gel aufdrücken. Nichtkenner der französischen Gesellschaft können sich dies- 
bezüglich einen richtigen Begriff nach den Pariser Moderomanen bilden, 
deren Helden ja nur in den allerseltensten Fällen unter das freiherrliche 
Niveau herabsteigen! 
Neben dieser sozusagen gesellschaftlichen Pietät spricht aber in 
Frankreich auch noch eine sehr begreifliche künstlerische Pietät für die Bei- 
behaltung des alten Genres in der Goldschmiedekunst mit. In den berühmten 
Goldschmieden des XVII. und XVIII. Jahrhunderts, - der Epoche, die ja 
die allgemeinen Grundformen des Tischgeräthes endgiltig fixirt hat, die 
etwa der Theeschale ihre die Entwicklung des Aromas fördernde flache
	        

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