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fullscreen: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1870 / 60)

um). MITTHEILUNGEN www. 
Fünfter Jahrgang. d e s 15. Seßßr. 1870. 
k. k. österr. Museums für Kunst ä Industrie. 
(Monatschrift für Kunst 8:. Kunstgewerbe.) 
(Am 15. einen jeden Monate erscheint eine Nummer. - Abonnementspreis per Jahr 3 ü. iiW. 
Redaßteur Bmnn Buehnr. Expedition von C. Gerold": Sohn. Man abounirt im Museum, 
bei Gerold b Camp, durch die Poetanstalteu, sowie durch alle Bneh- und Kunstlmndlungen.) 
I n n 1m um man über chinesische Emlllnun. - um: an Phologrlphiu. (xmmuI-Ing.) - Die Bah- 
lehuluerailehnle in Bnllein. - Bücher-Rune. - xmnm Mlithallnngln. - Inserat. -Prinn- 
mrrnionn-Einlldnng. 
Eine Studie über chinesische Email-Vasen. 
Die Kunst des äussersten Osten von Asien ist eine so merkwür- 
dige, vielgestaltige, dass man kaum irgend eine Technik finden wird, in 
der nicht die Chinesen und die ihnen in so vielen Stücken verwandten 
Japaner Meister wären - freilich Meister ihrer Art - einer Art, für die 
man lange Zeit und auchiheute noch theilweise in Europa Nichts hat, 
als ein mitleidiges Herahsehen, oder ein hedaucrndes Lächeln über die 
viele nutzlos verschwendete Mühe zur Hervorbringung eines, wie man 
sagt, so kindischen Werkes. Zweierlei Umstände tragen an solchen, wie 
man sich bald bei näherem Zusehen überzeugt, voreiligen Urtheilen die 
Schuld: die Unbekanntschaft mit den wirklich guten und vortrefflichen 
Productionen jener Länder, - denn des was zu uns herübergelangt, ist 
ja zum grössten Theile Marktweare ordinärster Sorte -- und ferner der 
subjective Standpunkt der Beurtheilung, auf dem wir uns meistens be- 
finden, ein Standpunkt, der gebildet ist durch Maximen genommen aus 
der Kuustanschauung der Zeit und des Landes, in dem wir leben. 
Wollen wir eine uns fremde Kunstweise recht verstehen, so müssen wir 
gleichsam mit andern Augen sehen lernen, so wie man, um eine fremde 
Literatur in ihrem wahren Wesen zu erfassen, die Sprache lernen muss 
in der sie geschrieben. Die chinesische Kunst ist die Kunst einer pri- 
mitiven Epoche, die die letzte Stufe, die zur idealen Auffassung, nicht 
erklimmen konnte, dafür aber alle ihre Kräfte aufgewendet hat zur höch- 
sten Durchbildung dessen, was in ihrer Sphäre liegend, ihr erreich- 
bar war. 
So sehen wir die Chinesen Meister im Zeichnen und Malen, im 
Holzschnitt, in der Gefasshildnerei und im Brenzeguss -- wir dürfen 
sie nicht nachahmen, aber wir können viel von ihnen lernen. 
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