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Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 1)

 
Halsschmuck, ausgeführt von Anton Heldwein 
überkomrnene, speziell dem Florimond Badier, genannt Le Gascon, 
zugeschriebene Dekorationsweise, zarter, anmutig über die ganze Fläche 
der Bände verteilter goldener Ornamente, mit allerlei kleinen Stempeln 
hergestellt, welche dem Binder immer neue, phantasievolle Kombinationen 
gestatteten. Gleichzeitig erreichte die Technik in Behandlung des Leders, 
Schneiden der Stempel und Herstellung der Vergoldung ihre grösste 
Vollendung. Der charakteristisch englische Stil des Bucheinbandes kam 
mit dem Hofbuchbinder Karl II., Samuel Mearn, am deutlichsten zum Aus- 
druck. Er presste seine Ornamente auf meist dunklem Maroquinleder in 
Gold, oft unter ausschliesslicher Verwendung des „Pointille" zur Führung 
der Linien bei Versilberung kleiner Flächen. Das „drawer-handle" genannte 
Ornament wird auf ihn zurückgeführt. Ein weiteres Dekorationsmotiv Samuel 
Mearns, an ein vorspringendes Dach erinnernd und das „Cottage". Muster 
genannt, ist bis weit in das XVIII. Jahrhundert hinein ein wohlbekanntes, 
typisch britisches Ein- 
bandmuster geworden. 
Die Ornamente Samuel 
Mearns wurden so be- 
liebt, dass seine Stempel 
bis zu Anfang des XIX. 
Jahrhunderts, wenn auch 
in anderer Gruppierung 
in Verwendung geblie- 
ben sind. Sein Sohn 
Charles Mearn, dann 
William Churchill und 
Edmund Castle sind 
als die tonangebenden 
Buchbinder unter Jakob 
II., William und Mary, 
und Königin Anna be- 
kannt geblieben. Seit 
Kamm, entworfen und ausgeführt von A. D. Hauptmann 8: Co. dem Ende des  

	        

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