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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 8 und 9)

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XVI. Jahrhundert an gerät fast die ganze mohammedanische Kunst unter 
persischen Einfluß, ausgenommen höchstens das nun ganz abgetrennte 
Marokko und einzelne Nomadenvölker, die wenigstens keine unmittelbaren 
Einwirkungen Persiens erfahren. 
Die neuere persische Kunst ist aber auch dadurch von besonderer 
Bedeutung, daß sie die einzige im islamitischen Gebiet ist, die uns nicht nur 
als eine Volkskunst erscheint, sondern als Ergebnis einer von bestimmten 
 
Abb. 8. Pluviale, russisch, zum großen Teile türkischer oder zentralasiatischer Stoff, Gold auf Rot, XVII. jahr- 
hundert (Sammlung Stschukin, Moskau) r 
Mittelpunkten ausgehenden Hochkultur, die sich freilich auch in Persien selbst 
wieder nach Ort und Zeit verflacht. Wir wollen nicht sagen, daß es vorher 
noch nicht solche führende Kunst höherer Schichten im Orient gegeben habe; 
aber für uns ist sie sonst nicht mehr kenntlich und war wohl auch kaum je 
so stark wie in dieser persischen Zeit. 
Wir können aber auch hier wieder verfolgen, wie eine große, hohe 
und verfeinerte Kunstrichtung auch die Volkskunst mitzureißen und in 
gewissem Sinn umzuwandeln vermag. 
Die ganze kleinasiatische Kunst, die nunmehr in der Hauptsache eine 
türkische ist, erhält durch Persien eine neue Richtung. Das ältere Kleinasien 
und sein Hinterland scheinen, wie wir vor allem aus den Teppichen ersehen, 
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