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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 10)

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Lustschlosses Einfiuß genom- 
men haben mag. Kaiser Franz 
war ein Mäzen, der gerne 
künstlerische Talente för- 
derte, er war die Seele der 
ersten industriellen Versuche 
in Österreich, betätigte sich 
zeichnerisch und malerisch 
und nahm an dem Unter- 
richte teil, welchen Gabriele 
Bertrand, die Tochter des 
Vorgenannten und spätere 
Gemahlin des Bildhauers 
Beyer, des Schöpfers der Sta- 
tuen im Parterre des Schön- 
brunnerParkes, den Erzherzo- 
ginnen Marie Christine, Char- 
lotte und Marie Antoinette im 
Zeichnen und Malen erteilte. 
Das Schönbrunner Schloß 
enthält noch eine ganze Reihe 
der in diesen Unterrichtsstun- 
den entstandenen Arbeiten, 
darunter von der Hand der 
Wandtisch aus dem kaiserlichen Lustschloß Schönbrunn Erzherzogin Mafia Chfistine 
die zwei reizenden Bildchen 
Maria Theresia und Franz I. mit dreien ihrer Kinder bei der Nikolobescherung 
und Kaiser Josef am Wochenbette seiner ersten Gemahlin. Diese Bildchen 
sind für uns von besonderem Interesse wegen des patriarchalischen Cha- 
rakters der Darstellung und der höchst einfachen Möbel, welche zum 
Bestande der betreffenden kaiserlichen Zimmer gehört haben müssen. 
Eine ganze Reihe durch Rang, Wissen und Stellung hervorragender, 
dern Hofe nahestehender Männer haben auf die Entwicklung der sittlichen 
und geistigen Kultur Österreichs im XVIII. Jahrhundert mächtigen Einfluß 
geübt, ohne den sich der typische Charakter der heimischen Kunst dieser 
Epoche nicht denken ließe. Voran Prinz Eugen. Groß als Feldherr und Staats- 
mann, war er auch ein Schätzer und Schützer der Kunst und Wissenschaft. 
In seinem Hause in der I-Iimmelpfortgasse verwandte der einsam lebende 
Mann alles, was er hatte, auf Werke der Kunst und Wissenschaft. Seinem 
EinHusse wird es zuzuschreiben sein, daß schon hier durch Fischer von 
Erlach, mehr aber noch in dem von Lucas von Hildebrandt für ihn errichteten 
Gartenpalais auf dem Rennweg Vorahnungen des Rokoko sich in den 
ausklingenden Stil der Spätbarocke mischen. Es unterliegt keinem Zweifel, 
daß Prinz Eugen, der mit feinem künstlerischen Sinne begabt war, an Plan 

	        

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