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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 12)

Seidenstoß, verschiedene Farben auf Manziegelrot. i)"; der natürlichen Größe 
 
On n'employe aux Gazes que des soie Sina . . . . Il vient des Indes des 
Gazes a fieurs or et argent, sur un fond de soie . . . . 
Il vient aussi de la Chine, parmilesquelles il s'en trouve de gaufrees. . . . ." 
Wir dürfen also wohl annehmen, daß eine durchbrochene Weberei von 
der hohen technischen Vollendung des Maastrichter und des entsprechenden 
Stückes bei uns, von Arbeiten, deren hohes Alter wohl nicht zu bezweifeln ist, 
nicht in Europa oder dem näheren Oriente, die noch viel später eine solche 
technische Leistung kaum zu Stande bringen, ausgeführt sein kann. Denn es ist 
kein Grund vorhanden anzunehmen, daß eine derartige technische Errungen- 
schaft, wenn sie einmal vorhanden war, bei dem allgemeinen Ansteigen der 
webetechnischen Fertigkeiten im mittelalterlichen und späteren Europa wieder 
verloren gegangen sein sollte, um so mehr als die Erzeugnisse dieser Art ja 
dem Geiste der Renaissance im weiteren Sinne entsprachen und die fremde 
Einfuhr auch das tatsächliche Bedürfnis beweist. 
Nicht zu entscheiden wage ich, ob das eigentümliche Einweben des 
oben erwähnten quadratischen Einsatzes (der in der Abbildung der Zeit- 
schrift für christliche Kunst wegen der Kleinheit der Darstellung allerdings 
nur in den allgemeinen Umrissen erkennbar ist) für chinesische Arbeit spricht; 
doch gestehe ich, daß mir dies nicht unwahrscheinlich erscheint, da in China 
Einsätze in den Gewändern als Abzeichen stets eine hervorragende Rolle 
gespielt zu haben scheinen, auch zu Zeiten, da dies in Europa keineswegs 
der Fall war. Jedenfalls scheint eine ähnliche Art des Einwebens eines 
abweichenden Musters innerhalb eines klar abgegrenzten Raumes in unserer 
Weberei und der früher damit so eng verbundenen vorderasiatischen nie 
üblich gewesen zu sein; es hätte sich sonst bei uns wohl irgend ein anderes 
Stück dieser Art oder irgend eine Überlieferung erhalten.
	        

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