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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1897 / 12)

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biegsamer langgestreckter Körper (Fäden, Schnüre, Riemen etc.) ergibt. 
Die einfache Schlinge, der Knoten, das Geflecht bilden die Motive der 
meisten jener mit geradezu bewunderns- 
werther Genialität und Kunstfertigkeit Q   
ausgeführten Buchausstattungen, mit f 
denen wir es hier namentlich zu thun 
haben. Vorwiegend ist es das Riemengeliecht, das sich als besonders 
charakteristisch erweist. Hierbei sind manche direct der praktischen 
Flechtarheit entnommene typischen Motive von besonderer Wichtigkeit. 
Z. B. wenn eine bestimmte Stelle eines Riemchens (F) festgehalten und 
die beiden hiervon ausgehenden Theile in einer flachen Spirale umeinander 
gewunden werden, zeigt sich die Figur a. 
Durch Verschränkung mit einem zweiten Riemchen ergibt sich die 
oft verwendete Form b, von der mannigfaltig andere Constructionen ab- 
geleitet werden können. 
Bildung und Anordnung der 
Riemen lassen Rückschlüsse auf die _,_, 
Art der Bearbeitung des Materials F 
zu; eine Bearbeitung, für die noch 9 
heutzutage Beispiele zu finden sind. a X5 b 
Man beobachte den kleinen Hand- 
werker, der ein langes Riemchen aus einem Stückchen Leder, vielleicht nur 
einem Abfall schneidet: Er führt den Schnitt von außen in einer Spirale 
bis zur Mitte, wo dann ein Stückchen, ganz rund oder etwa in der Form 
der Hälfte einer kreisrunden Scheibe, herausfallen mag: 
Das äußere Ende des Riernchens 
kann, je nach der Gestalt des ver- 
wendeten Leders, verschiedene Bil- 
dungen aufweisen, besondersDreieck_e 0   
verschiedener Gestalt ; lauter Figuren, Q  
die sich in den angeführten Minia- 
turmalereien unzählige Male vorfinden. Als Spiralen gewunden, einzeln, 
zu zweien, zu dreien u. s. w., gleich oder verschieden gefärbt, bilden die 
Riemchen auch ohne Verschränkung, d. h. also: in verschiedener Weise 
nebeneinander angeordnet, manches Urmotiv der Decoration. 
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Auch die vorhin genannten Dreiecke u. s. w. finden verschiedene 
Verwendung. Aus u wird durch Knickung b ein sehr brauchbares, oft 
benutztes Element. 
Es kann nicht Aufgabe dieser Zeilen sein, ein erschöpfend durch- 
gearbeitetes System der Riemenornamentik des frühesten Mittelalters zu
	        

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