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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 234)

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Literaturbericht. 
Blümner, Prof. Dr. H.: Das Kunstgewerbe im Alterthum. I. Abtheil. 
Das antike Kunstgewerbe nach seinen verschiedenen Zweigen. Il. Abth. 
Die Erzeugnisse des griechisch-italischen Kunstgewerbes. Mit x33 und 
x43 in den Text gedruckten Abbildungen. Prag, F. Tempsky, 1885. 
8, - (Das Wissen der Gegenwart, Bd. XXX.) 
Wenn ein Kenner des griechischen und römischen Alterthnms wie Prof. Blümner 
daran geht, das antike Kunstgewerbe in populärer Weise zu schildern, weiß Jedermann, 
dass einer solchen Arbeit in Bezug auf das Sachliche, soweit der gegenwärtige Stand 
der Forschung es zulasst. weder lrrthümer noch Ungenauigkeiten anhaften. Hat ja dieser 
hervorragende Schüler O. Jahn's schon vor Jahren in der preisgekrönten Schrift: nDie 
gewerbliche Thatigkeit der Völker des classischen Alterthums- einen höchst werthvollen 
Beitrag zur Kenntniss des gewerblichen und geschäftlichen Lebens an den Gestaden des 
Mittelmeeres geliefert und sich seither unausgesetzt mit ähnlichen archäologischen Fragen 
beschäftigt, wie dessen Werk nTechnologie und Terminologie der Gewerbe und Kunste 
bei Griechen und Römern: beweist. Es kann also bei Beurtheilung dieser Arbeit nur 
die Frage aufgeworfen werden. ob der Verfasser es auch verstanden, den Anforderungen 
jenes Publicums zu entsprechen, für welches nDaa Wissen der Gegenwart: bestimmt ist. 
Schon die Trennung des Materiales in zwei Theile, wodurch wir zuerst einen allge- 
meinen Ueberblick über die technischen und stylistischen Grundlagen des antiken Kunst- 
gewerbes erhalten, und dann erst in das Haus und seine Ausstattung eingeführt werden, 
verschalft eine klare Uebersicht, erleichtert das Nachschlagen und gestattet dem Leser, 
wie aus einem Lexikon, sich rasch über einzelne Gebiete Kenntniss zu verschaffen. Die- 
selbe Klarheit, welche sich in der Eintheilung des Materiales zu erkennen gibt, durch- 
dringt aber auch den Text, und eine ebenso fließende als lebendige Darstellung fesselt 
den Leser selbst an Stellen, die aber scheinbar geringfügige Dinge handeln. Ein Ver- 
zeichniss der Abbildungen, welche mit Rücksicht auf den Preis des Buches gut genannt 
werden dürfen und ein Sachregister erleichtern in willkommener Weise den Gebrauch 
dieses Buches, das nicht nur allen Gebildeten bestens empfohlen werden kann, sondern 
auch an Mittelscbulen sowie an Kunstschulen eine willkommene Ergänzung des Unter- 
richtes zu bilden geeignet ist. i. J. F-s. 
B. Bucher, Die Fälscherkünste, autorisirte Bearbeitung von wLe Tru- 
quagea von Paul Eudel. Grenzboten-Sammlung. Zweite Reihe, Bd. 9. 
Leipzig, Grunow, 1885. 8. XII u. 2x9 S. 
Dieses Buch ist mit einem Vorworte versehen, in welchem Bucher den Leser 
genau orientirt, wie er die freie Bearbeitung aufgefasst hat. Bucher mochte nicht allein 
Liebhaber und Sammler bei ihren Kaufen berathen und vor Uebervortheilung bewahren, 
sondern auch der heutigen Industrie nützen, die durch das Ueberhandnehmen der Sammel- 
wuth unverkennbar geschädigt wird. Ohne Zweifel wird der deutsche Leser auch damit 
vollkommen einverstanden sein, dass die novellistische Causerie des französischen Autors 
mitunter gekürzt und an vielen Stellen mit fachgemaßen Bemerkungen und Noten ver- 
sehen wurde. In der Schlussbemerkung wendet sich aber Bucher an die Liebhaber und 
sagt: uSeid ungläubig. wappnet Euch mit Misstrauen, gebt nicht dem ersten Eindruck 
nach, zßgelt die Kauibegier, lasst Euch Zeit. prüfet Alles genau ohne Vorurtheil, seid 
stets in Sorge, die Rolle des Betrogenen in der Posse zu spielenn- Das Buch ist mit einem 
Register versehen und behandelt die Fälscherkunste nach Gruppen und Fächern in 
25 Capiteln. Die fesselnde Schreibweise wird demselben ohne Zweifel ebenso wie der 
originelle und zeitgemäße Inhalt in weiten Kreisen Freunde erwerben. 
it 
Häuselmann, Anleitung zum'Studium der decorativen Künste. Ein 
Handbuch für Kunstfreunde und Künstler, Kunsthandwerker und 
Gewerbetreibende, Zeichenlehrer und Schüler höherer Unterrichts- 
anstalten. Zürich, 1885. 8. VII u. 186 S. 
Der Verfasser sagt in seiner Einleitung: nSollte ich mich bei dieser Arbeit hautiger 
als manchem Leser lieb sein durfte, auf den Standpunkt des Zeichenlehrers gestellt haben, 
so bitte ich diesfalls um Nachsichu Diesen Zeichenlehrerstandpunkt finden wir aber 
nicht allein hauliger als uns lieb ist, sondern auch häufiger als es für den Verfasser von 
Vortheil ist. Kunstgeschichte vom Zeichenlehrerstandpunkt, das ist das Wesentliche, das 
Entscheidende, das Charakteristische an der ganzen Arbeit. Mit der geistigen Reife und
	        
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