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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1874 / 110)

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(DB! Besuch des 11188111118) belief sich im Monat September auf 10.701 Personen. 
Neu ausgestellt: Decke, in der Technik der ausgezogenen Faden und Plattstich 
ausgeführt, Frauenarbeit aus Dalekarlien; - Miniaturporträt von A. v. Anreiter; - 
metallene Kanne mit gepressten Goldblechornamenten eingelegt, nordische Arbeit, Eigen- 
thum des Herrn Cohen in Lübeck; - geschnitzte Füllung, entworfen und ausgeßhrt 
vom Bildhauereischüler des Museums A. Kisbacher; - Seidenstraße nach alten Gewe- 
ben im Besitze des Museums, ausgeführt von Ph, Haas ä Sohne; - Modell eines Pfer- 
des vom Bildhauer G. Zimmermann: - Madonna, Statuette in Thon vom Bildhauer 
Rochus Haas;- Collection neuer Glaswaaren von J. Schreiber ä Neffen; - Collection 
von Porcellangegenstanden aus der Fabrik von J. Knoll, mit Malereien von Zöglingen 
der Fachschule für Porcellanmalerei in Carlsbad; - Glasgemalde von Lorin in Char- 
tres; -- geschnitzte Holzcassette, entworfen vom Bildhauer Lagler, in dessen Atelier 
ausgeführt von Janauschek, Eigenthum des Herrn Max v. Todesco: - Collection 
antiker Glasfragmente; - Elfenbeinfacher, Stockholmer Arbeit, Eigenthum des Herrn A. 
Russo; - vier bemalte spanisch-mexikanische Holzschalen und ein Handschar, Privat- 
eigenthum. ' 
(Komisches Portraltbnon) Se. Excellenz der Herr Minister für Cultus und Unter- 
richt hat auf Antrag des Professorencollegiums der Akademie der bildenden Künste in 
Wien den Ankauf des sogenannten römischen Portraitbuches aus dem Nachlasse des Histo- 
rienrnalers Julius Schnorr v. Carolsfeld für die Bibliothek der Akademie genehmigt. 
Das römische Portraitbuch ist ohne Zweifel das bedeutendste Originalwerlt des Nachlasses 
von Julius v. Schnorr und zugleich dasjenige, welches in keiner anderen Behandlung oder 
Vervielfältigung existirt. Als Schnorr 18t1 Leipzig verliess, namentlich aber, nachdem er 
1818 von Wien nach Italien gekommen war, folgte er im Sinne seiner Genossen Overbeck, 
Ollivier, Scheifer v. Leonardshoif der altdeutschen und fiandrischon Art, mit dem Griffel 
oder mit der Feder festzuhalten, was ihm an interessanten und bedeutenden Zeitgenossen 
oder von schöner landschaftlicher Natur begegnete. So entstand das sogenannte Land- 
schaftsbuch, welches Herr Cichorius vor einigen Jahren für 5000 Thaler erwarb und das 
Portraitbuch, welches in 19 Zeichnungen eine Galerie der berühmtesten Männer aus jenen 
Jugendtagen des Künstlers in vollendeter, an altdeutschen Sinn und Fleiss geruahnender 
Darstellung enthalt. Unter diesen Portraits sind jene von Rücken, Overbeck, Thor- 
waldsen, des Kupferstechers Barth typisch geworden; es gibt keine besseren Conterfefs 
von der Erscheinung jener Männer. 
(Odentalisehes Museum.) lm vergangenen Monat fand die constituirende Ver- 
sammlung der Gesellschaft IOrientaIisches Museum: statt. Nachdem der Präsident der 
Delegation des Comite für den Orient und Ost-Asien, Hofrath R. v. Schwegel, in ge- 
drangter Kurze über die Thatigkeit des Ausschusses referirt hatte, wurde im Sinne 
der Gesellschaftsstatuten zur Wahl des Directionsrathes geschritten. Demselben geboren 
nach dem Ergebnisse der Wahl folgende 16 Mitglieder an: M. A. Ritter von Becker, 
R. Ditmar, Nikolaus Dumba, Dr. E. Hardt, Eduard v. Hein, Dr. Ferdinand Ritter 
v. Hochstetter, Se. Excell. Freih. v. Hofmann, F. Freih. v. Hopfen, Victor Freih. 
v. Kalchberg, A. Ritter v.Kremer, F. Freih. v. Leitenberger, Dr. F. X. Neu- ' 
manu, J. Ritter v. Schwegel, Alexander Freiherr v. Warsberg, Dr. J. G. Woerz 
und Se. lixcellenz Graf Edm. Zichy. Als Director des orientalischen Museums funglrt 
Herr A. v. Scala. 
(Walther von der Vogelweide.) In Innsbruck constituirte sich am 22. d. M. ein 
Comite, das es sich zur Aufgabe macht, die Errichtung eines würdigen Denkmales für 
Walther von der Vogelweide auf dem Johannesplatze zu Bozen von Innsbruck aus zu 
fordern und zu unterstützen. Das Comite wählte den Grafen Wolkenstein zum Obmann 
und Obertinanzrath R. v. Schönbeck zum Secretar. 
(Denkmal) in Telfs in Tirol hat sich ein Comite gebildet, um daselbst für den 
Maler Josef Schopf, der dort am 2. Februar 1745 das Licht der Welt erblickt hat, ein 
Denkmal zu errichten. 
(Knnstansstellnng in Trieb.) lm Museum Revoltella zu Triest Endet gegenwärtig 
eine Ausstellung von Gemälden und Sculpturen statt. Die ausstellenden Künstler sind, wie 
wir einem Bericht des wOsserv._Triest.-w entnehmen, meistens ltaliener. Von den Triesriner 
Malern hat nur Herr Astolü ein historisches Bild: wKonigin Elisabeth erhebt Robert 
Dudley zum Grafen von Leicester-i, ausgestellt. Werke der Bildhauerei sind nur wenige 
ausgestellt, meistens Büsten. 
_ (Gemaldeausstellnng in Tamesvar.) ln Temesvar wurde den 24. October 
die Gemaldeausstellung des Landes-Kunstvereines im städtischen Redoutensaale eröffnet. 
Diese Gemäldegalerie weist viele Werke der tüchtigsten ungarischen Meister auf. Munkacsy, 
Marko, Benczur,_Thar1_, Molnar u. A. sind durch Bilder vertreten, welche auch bei der 
Weltausstellung in Wien Anerkennung gefunden haben. Die wTemesv. Ztg.u erwähnt,
	        

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