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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 243)

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römischer-und romanischer Zeit angefangen, bis zu einem mit Perlen, 
Golda und Silberfäden, gefärbten Samenkörnern (wie es scheint). u." dgl. m. 
gesticktem - Schreibzeuge! ' r r " .. . 
lm Dorn fand ich leider die barocken Chorstlihle noch imrnerüber- 
tüncht. Die Schatzkammer Ähat viel Augsburger Silber vom sechzehnten 
bis achtzehnten Jahrhundert, schöne Chorbücher, einen Ulmer Kalender" 
von 1499 u. a. m. 
Mit Recht hochberühmt ist die Vincenfsche Sammlung von Glas- 
malereien. Früher') wurde dieselbe (400-500 Stücke umfassend) im 
Capitelgebäude nächst dem Dom aufbewahrt, gegenwärtig belindet sich 
ein Theil derselben im Hause des Besitzers und wird von der Frau des 
ebenda etablirten Buchhändlers Sartori sehr gefällig gezeigt. In keinem 
der Schweizer Museen habe ich eine so reiche und gut geordnete Aus- 
wahl von Cabinetsbildern gefunden und das Urtheil des unten genannten 
Gewährsmannes bestätigt dies. Die datirten Stücke beginnen, falls ich 
nicht irre, miti559 und reichen mit Grisailen bis in das achtzehnte Jahr- 
hundert hinein. Alle überragen die Arbeiten des Monogrammisten NB, 
in welchem" Herm. Meyer") den Züricher Nicolaus Bluntschli (von 1525 
bisHGoS) rnurhmaßtj NB istlein Meister im vollen Sinne des .Wortes, 
einRexi-aissancekünsrler von Phantasie und Schönheitsgefühl und Beherrscher 
der besten Technik. Schon die zahlreichen Tafeln dieses Einen wllrdenl 
den Besuch der Sammlung lohnen, die uns freilich auch das allmähliche 
Sinken dieses Kunstzweiges vergegenwärtigt. Von Monogrammen kommen 
aus dem sechzehnten Jahrhundert ferner vor AH, von Nagler Augustin 
Hagenbuch in Zürich gedeutet, von dem- nach Meyer in Zürich keine 
Spur vorhanden ist, während Rahn an Aug. Hirsvogel denkt; BF, CS, 
WB; aus dem siebzehnten IS. ' 
Zwischen den beiden ölfentlichen Sammlungen Basels hat eine ver- 
ständige Grenzreglulirung stattgefunden. Das Museum in der Augustiner- 
gasse umfaßt nun die Gemälde, die unvergleichliche Zeichnungensammlung 
und das Antiquarium, hat hingegen die Reste des Basler Kirchenschatzes 
andie Mittelalterliche Sammlung am Münster abgegeben. Diese lnztere, 
eine Schöpfung Wilhelm WackernagePs, wächst und ergänzt sich fort und 
fort, Dank dem Gemeingeiste der Basler. Vor dreißig Jahren wurde" der 
Grund gelegt mit Abformungen von architektonischen Einzelheiten des 
Münsters, zu denen damals die Restaurirungsarbeit den Zugang ermög- 
licht hatte. Daraus erwuchs der Plan, das Leben des Mittelalters in 
Werken der kunstbeflissenen, gewerbthätigen Menschenhand, in Original- 
werken selbst oder in getreuen Nachbildungen solcher zur Anschauung 
zu bringerß"). Durch Ankäufe und Geschenke erhielt aber die Sammlung 
') R. Rahn, vUel-ier schweizerische Glnsgemälde: im Anzeiger für schweizerische 
Alterthuniskundeq l. S. 95 H. 
, ',') Die schweizerische Sitte der Fenster- und Älllappenschenkung. Frauenfeld 18841 
l "') M. Heyvie, Ueber die mittelalterliche Sammlung zu Basel. 1874.
	        

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