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Full text: Monatszeitschrift I (1898 / Heft 9)

 
Concuucene (C. Sohn, Dlluaklm-f) 
Greifen wahr zu malenä" Vor den Bildern der Venezianer äussert er: 
„Das ist eine Pracht der Farbe - ich wollte den stillfrommen und 
duldenden Thränenkünstlern, die da meinen, ein gen Himmel ge- 
schlagenes Auge und eine recht einfältige Silhouette der Figur sei 
der Abdruck eines echt christlich demüthigen Künstlergemüthes, ich 
wollte, denen könnte ich die grosse Anbetung der drei Könige von 
Paul Veronese vorführen und wenn sie dann nicht diese Fülle von 
Poesie erkännten, dieses Hurra, dieser Triumph der Farbe nicht das 
Blut in ihre blau gewordenen Finger zurückführen würde, dann sollte 
man sie dörren und als koptlose Fastenfische einem Dominikaner- 
kloster zuschicken." 
Natürlich richtet sich das gegen das sogenannte venezianische 
Colorit der biederen Düsseldorfer Schule, wie gegen die Schulmeister- 
lich nüchterne Anschauung von der Farbe überhaupt, die in Düssel- 
dorf herrschte. 
Freilich derartige scharfe Äusserungen sind immerhin selten in 
seinen Briefen, seine ganze Natur drängte ihn zu einem würdigen und 
äusserlich in der Form tadellosen Auftreten. Wie seine spätere Frau 
als Braut von ihm berichtet, dass er eine eigene Art gehabt habe, 
auch die einfachsten Dinge mit einer gewissen Bedeutung zu thun, 
so hat er offenbar auch in seinen Briefen sich in der Wahl seiner
	        
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