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MAK

Full text : Monatszeitschrift X (1907 / Heft 12)

U44

Darstellungen nachzuweisen.

 Der reich von

Blumen belebte Garten

ist der „hortus conclusus",

 die Gartenpforte

die „porta clausa", der

Brunnen , ,fons signatus"

alsBrunnen desLebens,

als Taufbrunnen. Das

hinterderMarialiegende

Fell ist als „vellus Gedeonis",

 auf das allein

Gott den Tau fallen ließ,

während alles andere

trocken blieb, bezeichnet.

 Wir treffen es

wiederholt als Vorbild

der wunderbaren Geburt

 Christi in den typischen

 Bilderreihen der

Armenbibeln und Heilspiegeln.

 Der Metallkessel

 mit der Purpurwolle

 ist als „urna

aurea" erklärt, die beiden

 höchsten Türme als

„turris eburnea" und als

Turm Davids, der Altar

im Hintergrund als

Einbanddecke in der Bibliothek zu Rauen. Nach 1500 "Sedgs sapientiag" als

i Thron Salomons, die

schönste Blume im Garten als „rosa mystica". Die vier Hunde stellen die

bei der Inkarnation mitwirkenden Tugenden als „solitudo", „discretio",

„virginitas" und „hurnilitas" vor. Weiters müssen wir nennen die beinahe

gleiche Darstellung auf einer Einbanddecke in der Bibliothek zu Rouen. Die

Embleme aus der Cantica canticorurn sind hier mit jenen auf der Nürnberger

Zinnform übereinstimmend. Die Einbanddecke gehört dem ersten Drittel des

XVI. Jahrhunderts an. In der vormaligen Sammlung Gubler in Zürich fand

sich ein Schweizer Wandteppich mit den Wappen der Züricher Familie

Bullinger und des badensischen Geschlechts der Bodmer. Dort erscheinen

die Figuren der Maria und des göttlichen Boten in prächtiger, goldgemusterter

Gewandung.

Das beginnende XVI. jahrhundert macht im Kunstgewerbe von der

Einhornjagd ausgiebigste Verwendung. Die Sammlung des Grafen Wilczek

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