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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 6 und 7)

Benedikt Pefialossa, Prior des Wiener Klosters," wurde als Abt installiert

und vom Kaiser zum Capellanus perpetuus regius und zum Visitator der

Montserratenser in Deutschland ernannt. Papst Urban VIII. bestätigte 1637

diese erneuerte Stiftung samt all ihren Privilegien.

Im Jahre 1646 schied der verdienstvolle Abt aus dem Leben. Sein

Nachfolger war ebenfalls ein Spanier, Johann III. Caramuel Lobkowitz

(1647-1657), ein Phänomen auf dem Gebiete der mathematischen Wissenschaften,

 ebenso auch in fremden Sprachen ganz hervorragend bewandert.

Er war nicht Benediktiner, sondern gehörte dem Zisterzienserorden an.

Im Jahre 1657 wurde er zum Bischof der vereinigten Diözesen Campagna

und Satriano ernannt, 1673 wurde er Bischof von Vigevano in Norditalien.

Er hatte 74 Werke geschrieben, geriet aber trotz

seines eminenten Wissens mitunter auf ganz

absonderliche Ideen. So wollte er die theologischen

 Fragen auf mathematischem Wege, mit

Zirkel "und Lineal, zur Lösung bringen. Seine

großen mathematischen und architektonischen

Kenntnisse veranlaßten den Kaiser, ihn zum

Intendanten und Generalinspektor der Festungen

in Böhmen zu ernennen, eine etwas sonderbare

Stellung für einen Priester und Mönch.

Auf ihn folgten noch zwei spanische Äbte,

dann ein Franzose, endlich eine Reihe einheimischer

 Äbte, im ganzen fünfzehn Äbte und fünf

Administratoren bis zum Jahre 1880. Unter Abt

Martin Zedlitz (1709-1720) fielen die an den

Wänden der Kirche angebrachten alten slawi- "Abb. 1Bschen

 Inschriften undWappenbilder einer Restau- wzggfxlflrdtlbgisjäälsvgrräZgizigiei,

rierung mit weißer Kalktüncbe leider zum Opfer.

Dafür gründete Abt Prokop Skoda (1801-1803) eine große Bildersammlung,

die aber nach dem Brande des Gutes Sukdol, 1822, größtenteils wieder

verkauft werden mußte. Der Rest der Sammlung ging im Jahre 1897 in den

Besitz des Museums des Königreichs Böhmen über. Als im Jahre 1812 in der

königlichen Kreisstadt Klattau ein Gymnasium errichtet wurde, stellte das

Stift Emaus unter Abt Leopold Zalda (1804-1819) die nötigen Lehrkräfte

bei. Unter dem vorerwähnten Abte Skoda lebte der unermüdlich tätige

Geschichtsschreiber von Emaus Pater Hieronymus Cechner, unter dem

letzten Abte dieser Klosterperiode, Franz Xaver Öastka, der Geschichtsforscher

 von Emaus Pater Wilhelm Mentberger (T 1856).

Nachdem Abt Castka im Jahre 1870 resignierte, leitete der Direktor des

Klattauer Gymnasiums Emanuel Franz Hrdliöka als Administrator bis zum



" Das Wiener Stift der sogenannten „sChWiXZSpShiClM wurde im Jahre 1708 zu einer selbständigen

Abtei erhoben, übersiedelte aber 1780 in das „Collegium academicum", das früher von den Jesuiten bewohnt

wurdeflbis im Jahre 1783 die Auflösung erfolgte.
            
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