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MAK

Full text : Jahresbericht (1891)

und dem Lehrkörper der Schule empfangen, besichtigte der Minister eingehend die einzelnen

 Ahtheilungen und sprach sich zum Schluss: in besonders anerkennender Weise

über die Leistungen der Schule aus.

Vorn 2.5. October bis 15. November fand im Saale IX eine vom Kunsthandler

Neumann veranstaltete Ausstellung von Kupferstichen statt.

Der Wiener Kunstgewerbeverein veranstaltete in der Zeit vom I8. November 1891

bis inclusive 6. Januar 189a abermals eine Ausstellung der österreichischen Kunstgewerbe,

an welcher auch Nichtmitglieder Theil genommen haben.

Am 28. November 1891 Vormittags I1 Uhr hat die erste Besichtigung dieser Ausstellung

 im Oesterr. Museum stattgefunden. Von der feierlichen Eröffnung musste im

letzten Augenblicke Abstand genommen werden, da der hohe Protector des Museums

und Kunstgewerbevereines, Erzherzog Rainer, durch Unwohlsein am Erscheinen verhindert

 war. Um die bezeichnete Stunde hatten, vom Vice-Director des Oesterr. Museums

Regierungsrath Bucher, Hofrath Storck, dem Präsidenten des Kunstgewerbevereines

kais. Rath Hanusch, dem Schriftführer Dr. Leisching und Professor Beyer begrüßt,

sich folgende Persönlichkeiten im Saulenhofe des Museums eingefunden: Unterrichtsminister

 Dr. Freiherr v. Gautsch, Seclionschef v. Haard t, Statthalterei-Vicepräsident

.Baron Bourguignon, die Ministerialrathe Graf Latour und Dr. v. Thaa, Hofrath

Benndorf, Ministerialsecretar Dr. v. Haymerle, der Vorstand der Künstlergenossenachaft

 Architekt Rnth, mehrere höhere Militars und ein zahlreiches Publicum sowie

saramtliche Aussteller. Die Ausstellung war im Saulenhofe. in den Salen Vl und Vll,

auf der Galerie und in den Sälen IX bis XIV untergebracht. Dieselbe hat ein interessantes

 Bild der heimischen Kunstindustrie geboten, in welchem auch eine Anzahl neu

aufstrebender Kräfte vertreten waren.

Montag den 8. December 1891 wurde die Weihnachtaausstellung von lhrer kais.

Hoheit der durchl. Frau Kronprinzessin-Witwe Stephanie, am Montag den 14.. December

 von Sr. k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzog Carl Ludwig, am Mittwoch

den 16. December von Sr. kgl. Hoheit Prinz Philipp von Coburg und am Montag

den zr. December von Sr. k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzog Ludwig

Victor durch einen längeren Besuch ausgezeichnet. Die höchsten Herrschaften wurden

vom Director des Museums, Hofrath v. Falke, Regierungsrath Bucher und Dr. Leischi

 ng durch die Ausstellung geleitet.

Von auswärtigen Ausstellungen sind seitens des Museums jene zu Triest (siehe

oben), Aussig und Prag beschickt worden.

Wahrend des Jahres waren folgende altere und neuere Gegenstände in den Sammlungen

 zeitweilig ausgestellt:

Gobelins des 17. und 18. Jahrhunderts, zum Theil nach dem Decius-Cyklus von

Rubens, zum Theil mythologischen und genrehaften Gegenstandes, Privatbeaitz; eine

Collection neuen Schmuckes von Perlmutter mit Goldverzierung, Email und Steinen,

aus dem Atelier der Silberwaarenfabrik von G. A. Scheid; Votivfenster für die Fürst

Clary'sche Schlosscapelle in Teplitz, ausgeführt in der Tiroler Glasmalerei-Anstalt,

Filiale Wien, nach einem Carton des Malers Alfons Siber; textile Gegenstände aus den

Sammlungen des Oesterr. Museums; kirchliche Stickereien von Freifrau von Pereira;

Kunststickerei von Fräulein Sophie Moriz; Gobelin des 17. Jahrhunderts mit der uJagd

der Dianau, Eigenthum des Herrn Dr. Saria in Graz; Salontischplatte in Holzmosaik vom

Galanterietischler August Larisch in Baden bei Wien; a4. Preise des Wiener Rudervercins

nDonauhortu; künstlerische Verlassenschaft des in Paris verstorbenen Malers Eduard

Fallenbock, insbesondere Blumenmalereien, sowohl aus der Wiener wie aus der

Pariser Zeit; zwei Portratmedaillons in'Bronze, von Bildhauer Josef Kassin in Rom;

älterer Frauenschmuck u. dgl. von der Balkan-Halbinsel (Eigenthum des -Herrn Consularbeamten

 Karl Peez in Sophia); reiche Sammlung von Schmuckgegenstanden, meistens

Münchener Arbeit, 16. und 17. Jahrhundert; Stuccoreliefs aus dem antiken Hause im

Garten der Villa Farnesina zn Rom, modellirt nach den Originalen und zusammengesetzt

von Prof. Adolf Ginzel; Obertheil eine: großen Kastens mit Schnitzerei, Bronze und

alten Emails verziert, nach dem Entwurf: des Architekten Max Fleischer ausgeführt vom

Kunsttischler Franz Wellas in Wien; Kasten, außen mit Bronze, Marmor und Lapis-Lazuli,

 innen mit Holzschnitzereien und Metallreliefs reich verziert, ausgeführt vom

Bildhauer und Tischler Johann Zajda in Wien; Büste des Dichters R. Hamerling,

modellirt von H. Spory in Frankfurt a. M., in Bronze gegossen von H. Frommel in

Wien; Fahne des Militar-Veteranenvereines in Eibenberg-Grünherg, ausgeführt von den

Frauen Antonia und Oliva Sandner in Eibenberg-Graslitz; Schreibtisch und Rahmen,

ausgeführt vom Bildhauer A. Baumann in Wien; antike Ohrgehlnge, Gold; Bronze-"schmuckstücke,

 zum Theil mit Email oder Silbereinlagen; vier gravirte Uhrwerke;

zwei Branzeloielchen, antik; Schnelle, niederrheinisch, 17. Jahrh. Anfang; wagrechte Uhr,
            
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