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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1872 / 77)

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der deutschen Renaissance entworfen hat und Ornamente der Kleinmeister,

auch die Sirenen vom Sebalrlusgrabe zu Motiven erwählte. - Die ganze,

hier besprochene Gruppe bietet lauter trefliiche Früchte, erwachsen aus

trefflichem, alten Samenkorne. Möchten sie gleichfalls wieder in diesem

Geiste neue Keime und neue Früchte hervorrufen. I.

Vlll.

Rahmen für Bilder und Spiegel.

(Aus dem Atelier Schmidt 8x Sugg. - Pichler. - Machazka. - Bühlmayer. - Aus dem

Atelier Schönthaler. - Laubheimer. - Heinz. - Ulrich 8: Camp. - Volkl. - Trink]. -

Storck, Lobmeyr, Hanusch. - Kölbl 81 Threm. - Hauser, Spannbauer etc.)

Es ist in diesen Blättern (Nr. 64. und 66) bereits so Trefiendes über

die Grenzen, welche bei dem Entwurf und bei der Anfertigung von

Rahmen einzuhalten sind, gesagt, dass uns kaum übrig bleibt, die vorliegende

 Abtheilung des Ausstellungsberichtes durch einige allgemeine

Worte einzuleiten. Nur möge gestattet sein, darauf hinzuweisen, dass

gleichwohl in jenen eingehenden Aufsätzen das Bild und der dasselbe umschliessende

 Rahmen durchweg als Zimmerschmuck gedacht ist und die

dort aufgestellten, ganz massgebenden Geschmacksregeln sich auch nur

auf das Bild und seinen Rahmen beziehen wollen, welches einen Bestandtheil

 in der mannigfach wechselnden Ausstattung des Wohngemaches bildet.

Hier ist es billig, dass der Wand und ihrer Decoration in der Frage über

das Wie der allgemein angewendeten Stylform die erste Stimme zugestanden

 wird und so gut wie die Form der Möbel, der Gefässe, die Ornamente

 der Drapirungen etc. auch die Verzierungen der Bilderrahmen

sich diesem durch die Wandtapete entschiedenen allgemeinen Charakter

unterordnen sollen. Wir werden es ganz vernünftig finden, in einem derartig

 decorirten, nach moderner Weise der Hauptsache nach zur italienischen

 Renaissance gehörigen Wohngcmache ein Gemälde der altdeutschen

Schule und wieder ein spätes Cabinetsbildchen niederländischen Ursprungs

in einer Umrahmung zu beherbergen, die im Geiste des 16. Jahrhunderts,

im Style der italienischen Ornamentisten dieser Zeit, cornponirt ist, denn

nichts wäre lächerlicher und gräulicher für den Anblick, als das erste in

roth angestrichenern Leistenrahmeu, das andere im barocken, überladenen

Rahmen seiner Periode an Einer Wand schauen zu müssen, einer Wand,

die selbst weder mit der einen noch mit der andern Stylrichtung in ihrer

Decoration übereinstimmt. Die einheitliche Haltung des Ensemble ist

hier die Hauptsache und ein historischer Purismus müsste zu Unsinn und

Ungeschmack verführen.

Aber es gibt noch andere Orte, wohin Bilder kommen, Räume, in

denen nicht die Tapete und ihre Zeichnung, nicht ein reiches Ameublement

 die Hauptsache bildet und umgekehrt das Gemälde nicht ein blasser

Theil einer Inneneinrichtung, sondern sein Hervortreten der alleinige
            
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