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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1874 / 105)

(an

rakter dieser Anstalten zu studiren und klar festzustellen, worin ihre

active Einwirkung auf die Industrie besteht.

Die Gewerbe-Museen müssen vor allem Sammlungen zur Verfügung

haben, welche als Vorbilder für Industrie und Gewerbe dienen können.

Diese Sammlungen können entweder allgemein alle Zeiten, alle Länder

und alle Gewerbe, oder speciell nur gewisse Epochen, gewisse Länder

und Gewerbe umfassen.

Die Gegenstände sind entweder Eigenthum des Museums, oder sie

werden durch seine Vermittlung für gewisse Zeit von Amateurs oder aus

Kirchen und anderen Schatzsammlungsn entlehnt und ausgestellt. Besonders

 diese letztere Thätigkeit ist sehr nützlich, weil viele Dinge, welche

im Privatbesitz verborgen sind, nur auf diese Art der Kenntnis: des

grösseren Publicums zugänglich werden.

Aus diesen Sammlungen sind aber alle jene Gegenstände auszuschliessen,

 welche keine Verbindung mit der Industrie ersehen lassen, -_

so alle Gemälde, welche nur reinen Kunstwerth haben, alle rohen Naturproducte

 oder in ihren' ersten Vorarbeiten begriEenen Gewerbe und von

blos naturgeschichtlicher Art.

Ferner sollen Museen Bibliotheken besitzen von Büchern und einzelnen

 Blättern der vervielfältigenden Künste, und soweit es der Erhaltung

 nicht sehr gefährlich ist, alle möglichen Erleichterungen für Copiren,

selbst das Pausen auf Strohpapier gestatten, und sich dadurch von den

gewöhnlichen Bibliotheken unterscheiden.

Eine Hauptthätigkeit der neuen Gewerbe-Museen von grosser Wirkung

 ist aber die Reproduction der gesammelten Gegenstände mittelst

der Galvanoplastik,'des Gypsabgusses und der Photographie. Durch den

Verkauf dieser Imitationen werden oft die grössten Seltenheiten, welche

bisher nur von Einzelnen gekannt waren, um billigen Prels Gemeingut

der Industrie, und viele auch entfernte Fabriken können sie sich als gute

Vorbilder verschaEen. '

Allein nicht blos durch stumme sinnliche Anschauung gesammelter

und ausgestellter Gegenstände, sondern auch durch lebendiges Wort und

durch Schrift soll für die Kenntniss, das Verständniss und die Würdigung

der Industrie bei dem grossen reifen Publicum gesorgt werden.

Zu diesem Zwecke werden abwechselnd von sachverständigen Männern

 oder auch Frauen der verschiedensten Stände freie kurze Vorträge

über die zahlreichen Zweige der Kunst, der Gewerbe und ihrer Verbindung

 meistens mit Vorzeigung der betreifenden Gegenstände in dem

Museum gehalten. Es werden ferner regelmässig periodische Journale

und such von Fall zu Fall selbstständige Werke veröientlicht.

Endlich ist die active Einwirkung der Gewerbe-Museen auf die Industrie

 durch ihre Verbindung mit Schulen auf den erfolgreichsten Punkt

gehoben.
            
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